Das ukrainische Verteidigungsministerium hat gemeinsam mit der Agentur für Verteidigungseinkäufe (DOT) eine umfassende Reform des Verpflegungssystems für Militärangehörige angekündigt. Die Schlüsseländerung besteht darin, den Übergang von der Beschaffung von Rohprodukten zur Bestellung von Fertiggerichten zu vollziehen sowie eine strenge Qualitätskontrolle bereits in der Produktionsphase einzuführen, noch bevor das Essen die militärischen Einheiten erreicht. Wie RBC-Ukraine berichtet, zielen diese Maßnahmen darauf ab, die Effizienz der Logistik zu erhöhen und die Transparenz der Haushaltsausgaben zu gewährleisten.

Digitalisierung und DOT-Chain Food: Von Produkten zu Rezepten

Der nächste Schritt der Reform wird die Einführung des Systems DOT-Chain Food sein. Das neue Modell sieht vor, dass Bestellungen nicht mehr nach Kilogramm Fleisch oder Gemüse, sondern für konkrete Gerichte aufgegeben werden. Das System berechnet automatisch die erforderliche Menge an Zutaten basierend auf dem genehmigten Rezept und der Anzahl der Soldaten in der jeweiligen Einheit. Dies wird den menschlichen Faktor minimieren und das Risiko von Diebstahl oder Missbrauch von Lebensmitteln verringern. Die ersten Einkäufe nach dem neuen Modell sollen bereits 2026 durchgeführt werden.

Trennung der Funktionen und Qualitätskontrolle

Ein wichtiger Aspekt der Reform ist die Trennung der Prozesse der Lebensmittelbeschaffung und Logistik. Bisher überschneideten sich diese Funktionen häufig, was Risiken für die Transparenz der Lieferketten schuf. Nun werden Lebensmittel für die Streitkräfte der Ukraine (AFU) bereits vor ihrer Versendung an die militärischen Einheiten einer Qualitätskontrolle unterzogen. Die Reform wird schrittweise eingeführt: zunächst in mehreren Regionen, bevor die Erfahrungen auf die gesamten Streitkräfte ausgeweitet werden. Dies ermöglicht es, die Arbeitsmechanismen zu optimieren und mögliche Störungen im System schnell zu beheben.

Unterstützung der Rüstungsindustrie und Aktualisierung des Registers „Obereg“

Parallel zur Verpflegungsreform intensiviert das Verteidigungsministerium Maßnahmen zur Unterstützung der Rüstungsindustrie. Zuvor wurde ein vergünstigtes Finanz-Leasing für Unternehmen der Rüstungsindustrie eingeführt, was es ihnen ermöglicht, Vermögenswerte zur Modernisierung ihrer Kapazitäten zu beschaffen. Darüber hinaus hat das Kabinett der Minister die Regeln für die Führung des Registers „Obereg“ wiederhergestellt. Um die Daten zu aktualisieren, wird die Generalmilitärinspektion dem Verteidigungsministerium Informationen zur Aktualisierung der militärischen Registrierung übermitteln, und die Konsulate werden die Prüfung von Militärdokumenten im Ausland verstärken.

Fristen für kritisch wichtige Unternehmen

Das Verteidigungsministerium hat die Rüstungsunternehmen mit dem Status kritisch wichtiger Einrichtungen auch an die Notwendigkeit der Einhaltung der Vorschriften erinnert. Bis zum 10. August 2026 müssen solche Unternehmen Dokumente zur Bestätigung ihres Status vorlegen. Diese Anforderung betrifft alle Unternehmen, deren Tätigkeit die Verteidigungsfähigkeit des Staates direkt beeinflusst, und dient der Sicherstellung der Stabilität der Produktionsketten unter den Bedingungen des anhaltenden Konflikts.