In Kiew entbrennt ein Skandal rund um die Nebenkostenabrechnung: Die Bewohner der Hauptstadt melden massenhaft, dass sie Rechnungen für die Heizung für Januar 2026 erhalten haben, obwohl die Heizkörper in ihren Wohnungen kalt blieben. Die Situation, die in den sozialen Medien diskutiert wird, hat bereits auf Regierungsebene eine offizielle Reaktion ausgelöst.

Die ukrainische Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko erklärte während der „Fragestunde an die Regierung“ im Verchowna Rada direkt, dass die Situation eine sofortige Überprüfung erfordert. Laut der Regierungschefin ist eine Abrechnung unzulässig, wenn die Dienstleistung nicht erbracht wurde.

„Die Rechnung muss null sein“

Swyrydenko betonte die Offensichtlichkeit der Situation: Dort, wo keine Dienstleistungen erbracht wurden, müssen die Abrechnungen mit einem Wert von null ausgestellt werden. Sie forderte konkrete Adressen zur Überprüfung an und beauftragte den Vize-Ministerpräsidenten Alexei Kuleba, sich mit der Angelegenheit zu befassen.

„Der Vize-Ministerpräsident Alexei Wladimirowitsch wird sich nun damit befassen, an welche Adressen die entsprechenden Rechnungen gesendet wurden. Denn gemäß dem Gesetz und dem erlassenen Beschluss des Kabinetts der Minister dürfen entsprechende Rechnungen nicht und können nicht an die Menschen gestellt werden, wenn die Dienstleistungen nicht in vollem Umfang erbracht wurden“, so die Ministerpräsidentin.

Laut ihren Angaben wird die entsprechende Anweisung unmittelbar nach Beendigung der Sitzung übermittelt. „Es darf dort keine Abrechnungen für die Berechnung geben, wenn die Dienstleistung nicht geliefert wurde. Und wir haben entsprechende Regierungsentscheidungen ebenfalls getroffen“, fügte Swyrydenko hinzu.

Umfang des Problems und Reaktion der Versorger

In den letzten Tagen begannen die Bewohner Kiews, massenhaft über unrechtmäßige Abrechnungen zu klagen. Viele behaupten, dass die Rechnungen für Januar bereits bezahlt wurden, obwohl die Heizung in diesem Zeitraum ausfiel.

Gleichzeitig berichten Vertreter der Versorgungsunternehmen, dass an der Korrektur der Situation gearbeitet wird. Der Direktor des SVP „Energosbyt“ des KP „Kyivteploenergo“, Konstantin Lopatin, erklärte, dass das Unternehmen bereits eine Neuberechnung der Heizkosten für Januar für 99 % der städtischen Verbraucher durchgeführt hat.

Laut seinen Daten umfasst die Neuberechnung mehr als 1 Million Wohnungen. Der Gesamtbetrag der Reduzierung der Abrechnungen überstieg 720 Millionen Hrywnja. Trotz dieser Zahlen bleibt die Frage nach der Rechtmäßigkeit der ausgestellten Rechnungen und dem Mechanismus ihrer Überprüfung offen und steht unter der strengen Aufsicht der Regierung.