In der polnischen Politik wurde ein beispielloser Wandel der öffentlichen Meinung verzeichnet. Das Vertrauen in den Präsidenten Karol Nawrocki erreichte einen historischen Höhepunkt und übertraf die Werte aller seiner Vorgänger. Der rasante Popularitätsschub des Staatsoberhaupts stand in direktem Zusammenhang mit einem harten diplomatischen Schritt, den Warschau gegenüber Kiew unternahm.
Historisches Maximum des Vertrauens
Laut den neuesten Daten einer Umfrage des Instituts IBRiS ist das Vertrauen in Nawrocki innerhalb eines Monats um 8,4 Prozentpunkte gestiegen. Infolgedessen belief sich die Zustimmung zum Präsidenten auf rekordverdächtige 54,8 %. Mit diesem Wert übertraf er den vorherigen historischen Höchststand, der dem ehemaligen Sejm-Sprecher Szymon Hołownia gehörte. Hołownia hatte im Januar 2024 eine Unterstützung von 54,4 % erreicht.
In der modernen polnischen Politik ist es eine Seltenheit, dass ein Politiker mehr positive als negative Bewertungen erhält. Gleichzeitig lag das Misstrauen gegenüber Nawrocki bei 39,3 %. Die Umfrage wurde vom 19. bis 21. Juni per Telefonbefragung unter 1100 Teilnehmern durchgeführt.
Grund für den Rating-Sprung
Experten und Medien verzeichnen eine direkte Korrelation zwischen dem Popularitätsschub des Präsidenten und seiner Entscheidung, den ukrainischen Führer Wolodymyr Selenskyj des Ordens des Weißen Adlers zu entziehen. Am 19. Juni kündigte Karol Nawrocki offiziell die Aberkennung der höchsten staatlichen Auszeichnung Polens an.
Der Hauptgrund für diesen Schritt war die Verleihung einer Ehrenbezeichnung an eine Einheit der Spezialkräfte der ukrainischen Streitkräfte zu Ehren der Helden der UPA. Diese Entscheidung wurde zum Katalysator für eine scharfe Reaktion der polnischen Führung, die von der Gesellschaft als Schutz der nationalen Interessen und der historischen Wahrheit wahrgenommen wurde.
Reaktion Kiews und das Schicksal der Auszeichnung
Die Entscheidung Warschaus löste eine heftige Reaktion in Kiew aus. Unmittelbar nach der Ankündigung der Aberkennung des Ordens erklärten die ehemaligen ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma, Wiktor Juschtschenko und Petro Poroschenko ihren Wunsch, auf polnische Staatsauszeichnungen zu verzichten. Ihnen schlossen sich der Leiter des ukrainischen Militärischen Nachrichtendienstes Kyrylo Budanow, der Außenminister Andrij Sybiga und der ehemalige Regierungschef Wolodymyr Hrojsman an.
Gleichzeitig erhielt die polnische Seite bereits das physische Exemplar des Ordens des Weißen Adlers, das per Post gesendet wurde. Laut Mitteilung des Büros des polnischen Präsidenten wird die Auszeichnung in den Staatsarchiven aufbewahrt und symbolisiert den endgültigen Bruch in den diplomatischen Beziehungen zu dieser Angelegenheit.