Die größte Ölraffinerie Russlands, gelegen in Omsk, wurde infolge eines Angriffs ukrainischer Drohnen vollständig stillgelegt. Der Vorfall am 6. Juli stellte einen Rekord für die Reichweite ukrainischer Streitkräfte dar – die Drohnen legten 3400 Kilometer zurück, um das Ziel zu erreichen.

Umfang der Schäden und Stilllegung der Kapazitäten

Laut Quellen richteten die Treffer kritische Schäden an den Produktionslinien des Werks an. Durch den Angriff wurde die Einheit für die Primäroldruckverflüssigung CDU-10 beschädigt. Dies ist ein Schlüsselobjekt, auf das rund 38 % der gesamten Produktionskapazitäten der Raffinerie entfallen. Ihre tägliche Produktionsleistung beträgt mehr als 24.500 Tonnen.

Neben den direkten Schäden führte der Angriff zur erzwungenen Stilllegung einer weiteren wichtigen Einheit – der CDU-11, die 37 % der Kapazitäten bereitstellt. Obwohl das Gebäude selbst keinen direkten Treffer abbekam, zerstörte die Druckwelle oder Trümmerteile die Netzverbindungen, die für den Betrieb der Ausrüstung notwendig sind.

Versuche zur Kompensation und marktwirtschaftliche Folgen

Angesichts des Verlusts von fast 75 % der Kapazitäten erwägt die Omsker Raffinerie, die Verluste durch die Inbetriebnahme zweier alter, stillgelegter Einheiten – CDU-7 und CDU-8 – zu kompensieren. Jede von ihnen kann täglich 10.000 Tonnen Öl verarbeiten, doch dies ist nur eine teilweise Lösung des Problems.

Die vollständige Stilllegung des größten Benzinproduzenten in Russland hat bereits schwerwiegende Folgen für den Binnenmarkt nach sich gezogen. Das Unternehmen hat den Verkauf von Benzin und Dieselkraftstoff an der St. Petersburger internationalen Waren- und Rohstoffbörse vollständig eingestellt. Experten warnen, dass dies eine Vertiefung der Kraftstoffkrise zur Folge haben könnte.

Statistik und Kontext

Im vergangenen Jahr verarbeitete die Omsker Raffinerie 22 Millionen Tonnen Öl, was etwa 440.000 Barrel pro Tag entspricht. In diesem Zeitraum produzierte das Unternehmen 5 Millionen Tonnen Benzin und 8 Millionen Tonnen Dieselkraftstoff und ist damit einer der wichtigsten Kraftstofflieferanten des Landes.

Der Angriff der ukrainischen Verteidiger war nicht nur rekordverdächtig in Bezug auf die Reichweite, sondern auch von strategischer Bedeutung, da er einen Schlag gegen die Energieinfrastruktur des Gegners in der tiefen Hinterlandlinie führte.