Massiver kombinierter Angriff
In der Nacht zum 2. Juni wurde die Ukraine einem massiven kombinierten Angriff Russlands ausgesetzt. Der Angriff begann nach 21:00 Uhr und dauerte bis zum Morgen an. Laut den Luftstreitkräften der Ukrainischen Streitkräfte setzte der Gegner eine beispiellose Menge an Waffen ein und griff mehrere Städte an, darunter die Hauptstadt, Dnipro, Charkiw und Saporischschja.
Insgesamt starteten russische Truppen im Rahmen der Operation 73 Raketen verschiedener Typen und 656 Kampfdrohnen. Die ukrainischen Luftverteidigungskräfte (PVO) schlugen einen erheblichen Teil des Angriffs ab: 26 von 27 Marschflugkörpern vom Typ Ch-101, 3 von 5 „Kalibr“-Raketen und 602 Drohnen wurden zerstört oder neutralisiert.
Einsatz neuester Waffen
Die Experten legten besonderes Augenmerk auf den massiven Einsatz ballistischer Waffen. Im Ergebnis des Angriffs wurden 30 Treffer durch ballistische Raketen registriert. Die PVO gelang es lediglich, 11 der 33 gestarteten ballistischen Raketen „Iskander-M' abzuschießen.
Der Leiter des Kommunikationsbüros der Luftstreitkräfte, Jurij Ignat, berichtete über den rekordverdächtigen gleichzeitigen Einsatz von hyperschallfähigen Anti-Schiffs-Raketen „Zirkon'. Während des Angriffs wurden 8 dieser Raketen abgefeuert: 4 in der Nacht und weitere 4 am Morgen. Nach Angaben der Militärs gelang es nicht, auch nur eine der „Zirkon“-Raketen abzuschießen.
Chronologie und Ziele des Angriffs
Der Angriff erfolgte in mehreren Wellen. Zuerst setzte der Gegner Drohnengruppen ein und wechselte gegen Morgen zum Raketenbeschuss. Angriffe mit „Kalibr“-Marschflugkörpern vom Kaspischen Meer sowie Luft-Boden-Raketen von Tu-160- und Tu-95MS-Bombern wechselten sich mit Starts ballistischer Raketen ab.
Großenteils zwischen 02:15 und 03:00 Uhr führte der Feind ballistische Angriffe gegen Kiew, Charkiw und mutmaßlich Saporischschja durch. Ein erneuter Angriff mit ballistischen Raketen auf die Hauptstadt wurde am Morgen gegen 07:20 Uhr registriert.
Folgen in Kiew
Die verheerendsten Folgen wurden in Kiew registriert. Die Treffer trafen die Stadtbezirke Podil, Schewtschenko, Swjatoschyn, Obolon, Solomjany, Holosijiw, Darnyzja und Petschersk. In einigen Bezirken kam es zu Stromausfällen.
Im Bezirk Podil fielen Trümmer auf das Dach eines 9-stöckigen Wohnhauses und verursachten einen Brand. Nach einem erneuten Treffer stürzten Teile der Konstruktion ein. Im Bezirk Schewtschenko trafen Trümmer ein 24-stöckiges Wohnhaus, was zu Bränden auf den Etagen 4 und 5 führte. Auch in diesem Bezirk griff ein Feuer ein 5-stöckiges Gebäude im Erdgeschoss.
Auf Obolon fielen Trümmer in der Nähe von zwei Kindergärten, was zu Bränden auf einer Baustelle und zu Bränden von Fahrzeugen führte. Im Bezirk Solomjany wurden der zweite und dritte Stock eines Poliklinik-Gebäudes zerstört. Im Bezirk Darnyzja traf eine Rakete ein 15-stöckiges Wohnhaus und beschädigte die oberen Etagen; zudem brannte eine Tankstelle und private Häuser.