Der Mai wurde zum Monat beispielloser Belastungen für das ukrainische Luftabwehrsystem. Trotz eines starken Anstiegs der Intensität feindlicher Angriffe zeigten die ukrainischen Besatzungen eine hohe Effizienz, doch die Lage an der Front erfordert eine sofortige Lösung des Problems mit der Munition.
Statistik des Luftkriegs: Zahlen und Fakten
Laut Angaben des Pressedienstes des ukrainischen Verteidigungsministeriums, veröffentlicht von RBK-Ukraine, setzte der Gegner im Mai 8351 Luftangriffsmittel ein. Dies ist ein erheblicher Anstieg im Vergleich zu April, als etwa 6700 Objekte registriert wurden. Der Gegner setzte ein breites Spektrum an Waffen ein, darunter Drohnen und Raketen verschiedener Typen.
Den größten Anteil an den Angriffen stellten Drohnen dar. Der Gegner feuerte 8150 Drohnen der Typen „Schahed“, „Gerbera“ und „Italmas“ ab. Die Luftabwehrbesatzungen schlugen 7476 davon erfolgreich ab, was einer Effizienzrate von 91,73 % entspricht. Die Gesamtabfangquote aller Luftziele während der massiven Schläge erreichte 90,75 %.
Die Situation beim Abfangen von Raketen sieht komplexer aus. Von den 211 auf das Staatsgebiet abgefeuerten Marsch- und Ballistischen Raketen wurden 112 abgeschossen. Die Effizienz lag bei über 53 %. Genau in diesem Segment zeigt sich eine kritische Schwachstelle des Schutzsystems.
Kritischer Mangel an Raketen gegen Ballistik
Vertreter des Verteidigungsministeriums betonen, dass unter den Bedingungen rekordverdächtiger Belastungen dringend Raketen benötigt werden, die ballistische Ziele abschießen können. Im Ministerium wurde direkt auf die Abhängigkeit von der Unterstützung internationaler Partner für den Kauf von PAC-3-Raketen für Patriot-Luftabwehrsysteme hingewiesen, die ein Schlüsselwerkzeug zum Abfangen von Ballistik sind.
Der Sprecher der Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine, Jurij Ignat, hatte zuvor von der Erschöpfung der Munitionsvorräte in einzelnen Einheiten gesprochen. Nach seinen Worten benötigen die Systeme Patriot, NASAMS und IRIS-T dringend neue Lieferungen, um die Verteidigungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
Politische und finanzielle Barrieren
Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, dass eine politische Vereinbarung zum Erwerb zusätzlicher Patriot-Systeme besteht. Die Umsetzung des Abkommens verzögert sich jedoch aufgrund einer Reihe finanzieller, rechtlicher und technischer Fragen. Am 27. Mai richtete der Staatschef eine dringende Aufforderung an den US-Präsidenten Donald Trump und den Kongress und betonte, dass der Mangel an Luftabwehrmitteln eine direkte Bedrohung für die Zivilbevölkerung darstellt.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte bestätigte, dass die Abfangraketen PAC-2 und PAC-3 nach wie vor ein Schlüsselelement des Schutzes der Ukraine bleiben. Nach seinen Worten laufen die Lieferungen aus den USA weiter, doch ihr Volumen hält nicht immer mit dem Tempo der Erschöpfung der Vorräte Schritt.
Plan zur Lokalisierung der Produktion
Um das Problem des Mangels langfristig zu lösen, erwägt die Ukraine die Möglichkeit einer gemeinsamen Produktion von Patriot-Systemen mit Partnern. Ein separates Arbeitsfeld wurden die Verhandlungen mit den USA über die Erlangung einer Lizenz zur Herstellung dieser Systeme auf dem Territorium der Ukraine, was die Abhängigkeit von externen Lieferungen verringern könnte.