Am 9. September trafen ukrainische FP-1-Drohnen mit einem rekordverdächtigen Schuss über große Distanz zwei große Gasunternehmen in Jamal – das Werk zur Aufbereitung von Kondensat für den Transport in Nowo-Urengoj (SAPKT) und das Werk zur Verarbeitung von Gaskondensat in Pur (ZPK). Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf den Telegram-Kanal „KyberBoroshno“, der Satellitenbilder der Angriffsauswirkungen veröffentlichte. Schätzungen von Analysten zufolge wurde das Urengoj-SAPKT auf einer Entfernung von mehr als 3000 Kilometern von der Grenze zu der Ukraine getroffen, was es zum weitesten Ziel macht, das seit Beginn der großangelegten Invasion Russlands getroffen wurde.
Rekordweite: FP-1-Drohnen erreichen erstmals Jamal
Wie Forscher feststellen, überflogen FP-1-Drohnen erstmals mehr als 3000 Kilometer und trafen die Deethanisierungsanlage für Gase am Urengoj-SAPKT. Dieses Unternehmen von „Gasprom Pererabotka“ befindet sich 18 Kilometer von Nowy Urengoj im Autonomen Kreis Jamal-Nenzieta entfernt. Die GSS ihrerseits meldete einen rekordverdächtigen Treffer auf die russische Industrie während des Krieges und betonte, dass die Drohnen zwei große Gaswerke in Jamal trafen. Zuvor berichtete RBC-Ukraine, dass auf dem Werk nach dem Angriff vom 9. September ein Feuer ausbrach.
Was genau am Urengoj-SAPKT getroffen wurde
Experten weisen darauf hin, dass dieser Treffer sich grundlegend von Angriffen auf Erdölraffinerien unterscheidet, da die Gasverarbeitung die erste Kette der Umwandlung von instabilem Gaskondensat in Marktprodukte darstellt. Das SAPKT hat eine geplante Kapazität von etwa 19,5 Millionen Tonnen Rohmaterial pro Jahr, und die Deethanisierungs-Gase daraus sollen in den Nowo-Urengoj-Gaschemie-Komplex (NGHK) fließen, der bis zu 400.000 Tonnen Polyethylen niedriger Dichte pro Jahr produziert. Schätzungen von Analysten zufolge stellt dies etwa 10 % der russischen Kapazitäten für die Produktion von Polyethylen und Polypropylen bei einem Gesamtvolumen von rund 3,8 Millionen Tonnen pro Jahr dar. Der Treffer auf die Deethanisierungsanlage bedeutet eine Unterbrechung der gesamten Kette vom Kondensat bis zum Polyethylen.
Pur-ZPK und Exportkapazitäten von NOVATEK
Ziel Nummer zwei waren die Kapazitäten des Pur-Werks zur Verarbeitung von Gaskondensat – des zentralen Verarbeitungsunternehmens von NOVATEK, das in der Nähe der Stadt Tarko-Sale liegt. Laut Experten wurde die Anlage zur Trocknung verflüssigter Kohlenwasserstoffgase (LPG) getroffen, die die Qualität des LPG auf internationale Standards für den Export bringt. Ohne sie bleiben in den Produkten Überschüsse an Methanol und Wasser. Das Pur-ZPK verarbeitet den gesamten deethanisierten Gaskondensat der NOVATEK-Felder; das Verarbeitungsvolumen im Jahr 2024 betrug 13,2 Millionen Tonnen.
Bedeutung des Treffers für die russische Industrie
Zusammen betrachtet betreffen die beiden Treffer sowohl die innere Produktionskette der Polymere als auch die Exportgas-Kapazitäten. Die von „KyberBoroshno“ veröffentlichten Satellitenbilder dokumentieren Brandherde und Schäden an der Ausrüstung auf beiden Unternehmen. Experten betonen, dass Treffer auf die Primärglieder der Gasverarbeitung die gesamte nachgelagerte Kette der Marktproduktion treffen, was sie wirtschaftlich bedeutender macht als punktuelle Angriffe auf einzelne Werkshallen.