Die Situation, in der Kunden nach der Abgabe ihres Telefons oder Laptops an ein Reparaturzentrum eine Rechnung erhalten, die den Wert des Geräts selbst übersteigt, wird immer häufiger. Oft geschieht dies, weil Reparaturarbeiten ohne vorherige Absprache mit dem Gerätebesitzer durchgeführt werden. Juristen erklären, was in solchen Fällen zu tun ist und auf welcher Grundlage man die Zahlung verweigern kann.

Das Gesetz steht auf der Seite des Verbrauchers

Anwaltin Irina An der Kanzlei „Prykhodko & Partneri“ betonte in einem Kommentar an RBC-Ukraine, dass das geltende Verbraucherschutzgesetz solche Streitigkeiten klar regelt. Gemäß Teil 11 des Artikels 10 des Gesetzes begründen zusätzliche Arbeiten oder Dienstleistungen, die vom Dienstleister ohne Zustimmung des Verbrauchers erbracht wurden, keine Zahlungspflicht für diesen.

Dies bedeutet, dass es unrechtmäßig ist, Geld für Reparaturarbeiten oder den Austausch von Teilen zu verlangen, wenn der Kunde nicht darüber informiert wurde und keine Zustimmung erteilt hat. Der entscheidende Faktor ist hier das Fehlen einer vorherigen Absprache über Kosten und Umfang der Arbeiten.

Was tun, wenn das Telefon einbehalten wird?

Oft verweigern Reparaturzentren, die versuchen, eine „inoffizielle“ Schuld einzutreiben, die Rückgabe des Geräts an den Besitzer. Die Juristin Irina An stellt fest, dass ein solches Einbehaltung unrechtmäßig ist. Im Falle einer Weigerung, das Gerät zurückzugeben, hat der Verbraucher das volle Recht, bei der Polizei eine Anzeige wegen Weigerung der Rückgabe des Eigentums an den Eigentümer zu erstatten.

Darüber hinaus macht das unrechtmäßige Einbehaltung das Reparaturzentrum für die Sicherheit der Sache verantwortlich. Wenn das Gerät während der Einbehaltung verloren geht oder beschädigt wird, muss das Zentrum den Schaden ersetzen.

Die Pflicht zur Rückgabe des Geräts

Unabhängig von der Existenz von Schulden oder Streitigkeiten ist das Reparaturzentrum verpflichtet, das Gerät dem Besitzer zurückzugeben. Wenn die Rückgabe aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, muss das Unternehmen den Wert des Gadgets vollständig kompensieren. Das Gesetz schützt das Eigentumsrecht des Bürgers, und keine internen Regeln des Dienstleisters können dies aufheben.

Experten erinnern daran, dass es bei solchen Situationen wichtig ist, Quittungen, Verträge und alle schriftlichen Bestätigungen des Besuchs im Service zu bewahren. Dies hilft, den Mangel an Zustimmung für zusätzliche Arbeiten zu beweisen und die eigenen Rechte zu schützen.