An der Saporoger Atomkraftstation (ZNPP) wurden Reparaturen an einer der wichtigsten Hochspannungsleitungen und angrenzenden Infrastrukturobjekten abgeschlossen. Dennoch ist ein vollständiger Wiederaufnahme des Betriebs der Leitung derzeit noch nicht möglich. Grund für die Verzögerung ist die Beschädigung eines Umspannwerks, das die Leitung mit dem Stromnetz verbindet.

Details der Reparatur und Position der IAEO

Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) hat Details zu den durchgeführten Arbeiten präzisiert. Reparaturtrupps, die im Rahmen eines vorübergehenden lokalen Waffenstillstands arbeiteten, setzten sich für die Wiederherstellung zweier Objekte ein: der 750-kV-Hochspannungsleitung „Dnepr“ und des Verteilerumspannwerks der Saporoger Wärmekraftstation (ZTÉS). Letztere spielt eine kritische Rolle, da sie die Atomstation mit Strom mit einer Spannung von 330 kV versorgt.

Der IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi bestätigte, dass die physische Reparatur der Leitung „Dnepr' abgeschlossen ist, sie jedoch noch nicht in Betrieb genommen wurde. „Die Leitung ist repariert, muss aber noch in Betrieb genommen werden', erläuterte er. Das Hauptproblem liegt in den erheblichen Schäden am verbindenden Umspannwerk. Die Wiederherstellungsarbeiten laufen weiter, doch Experten erwarten deren Abschluss nicht in naher Zukunft.

Blackout-Zyklus und Sicherheitsrisiken

Die Situation mit der Energieversorgung der ZNPP bleibt extrem angespannt. Am 3. Juni blieb die Station zum 17. Mal ohne externe Stromversorgung, nachdem ein Drohnenangriff ein Umspannwerk am gegenüberliegenden Ufer des Dnepr getroffen hatte. Zu diesem Zeitpunkt übernahmen Notstromdieselgeneratoren die Last, was erneut die nukleare Sicherheit gefährdete.

Morgens am 4. Juni wurde die Saporoger Wärmekraftstation heftig beschossen, was eine ernsthafte Bedrohung für die Stromversorgung der Atomstation darstellte. IAEO-Inspektoren, die den Standort zuvor besucht hatten, bestätigten ein normales Strahlungsniveau, doch ihre Arbeit war mit Risiken verbunden: Die Missionen mussten Inspektionen unterbrechen und sich in Deckung begeben, aufgrund von Drohnenlärm und Schüssen in unmittelbarer Nähe der Station.

Lokaler Waffenstillstand und neue Herausforderungen

Ein Versuch, die Situation zu stabilisieren, wurde am Morgen des 5. Juni unternommen, als in der Nähe der ZNPP ein lokaler Waffenstillstand in Kraft trat. Ziel des Waffenstillstands war die Reparatur von Stromleitungen, um die Gefahr eines nuklearen Unfalls zu verhindern. Leider führte die vorübergehende Ruhe nicht zu einer langfristigen Lösung des Problems.

Am 10. Juni ereignete sich an der ZNPP bereits der 19. Blackout. Die Station wechselte erneut auf den Betrieb mit Generatoren, was die Fragilität des aktuellen Energiesystems und die anhaltende Verwundbarkeit des Objekts gegenüber externen Einflüssen unterstreicht.