Eine ukrainische Such- und Expeditionstruppe hat auf einem Friedhof im Dorf Lasków in der Woiwodschaft Lublin in Polen die Überreste von etwa 30 Personen entdeckt. Es handelt sich dabei um Ukrainer, die im März 1944 bei Angriffen der Heimatarmee (Armia Krajowa) und der Bauernbataillone ums Leben kamen.
Historischer Kontext und Ausmass der Tragödie in Lasków
Historischen Daten zufolge wurden beim Massaker an der ukrainischen Zivilbevölkerung in Lasków am 10. März 1944 über 300 Menschen getötet. Forscher aus der Ukraine und Polen konnten die Namen von 327 Dorfbewohnern ermitteln, die in jenem Jahr starben. Einige Historiker nennen jedoch höhere Opferzahlen von rund 350 Personen. Die endgültige Zahl der Opfer kann erst nach weiteren archäologischen und historischen Untersuchungen festgestellt werden.
Durchführung der Sucharbeiten und offizielle Genehmigungen
Die Sucharbeiten erfolgen im Auftrag des Ukrainischen Instituts für das Gedächtnis der Nation und werden vom Kommunalunternehmen «Dolia» durchgeführt, das am 31. August 2026 die entsprechende Genehmigung von der polnischen Seite erhalten hatte. Swjatoslaw Scheremeta, Leiter von «Dolia», betonte, dass die vorläufigen Ergebnisse die Aussagen von Zeitzeugen bestätigen.
Widersprüchliche Daten
Während offizielle Namenslisten 327 Opfer dokumentieren, sprechen andere historische Quellen von rund 350 Toten. Zudem gibt es Unklarheiten bezüglich der genauen Zuordnung einzelner Grabstellen vor Abschluss umfassender anthropologischer Analysen.
Zukunftsperspektiven und geplante Exhumierungen
Dies ist die zweite ukrainische Suchmission in Polen nach einer langen Pause, nachdem im Herbst 2025 im Dorf Juretschkowo gearbeitet wurde. Als nächster Schritt sind die offizielle Exhumierung, die Neubeisetzung sowie das ehrende Gedenken an die Opfer im Rahmen der bilateralen Arbeitsgruppe geplant.