---
title: "Rettungsdienst unter Beschuss: Wie die Medizin in Kiew während der Angriffe funktioniert und warum der Krankenhausdirektor entlassen wurde"
description: "Die KGGA antwortete auf die Kritik am Notdienst in Kiew: Es wurden Statistiken zu Tausenden von Einsätzen während der Angriffe veröffentlicht und der Direktor des Krankenhauses für Notfallmedizin wegen Verstößen entlassen. 🚑🇺🇦 Mediziner arbeiten weiter unter Beschuss und retten Zivilisten und Soldaten."
date: 2026-06-17T15:20:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/rettungsdienst-kiew-arbeit-unter-beschuss-entlassung-des-direktors
tags: []
publisher: "XAB.info"
---

# Rettungsdienst unter Beschuss: Wie die Medizin in Kiew während der Angriffe funktioniert und warum der Krankenhausdirektor entlassen wurde

![Kolonne von Krankenwagen in Kiew während eines Luftalarms. Sanitäter in roter Uniform laufen zum Einsatzort und illustrieren die Arbeit der Medizin unter Beschuss.](https://xab.info/media/2026/06/17/skoraya-pomoshch-kiev-rabota-pod-ognem-uvolnenie-direktora/skoraya-pomoshch-kiev-rabota-pod-ognem-uvolnenie-direktora-1.webp)

In Kiew hat sich eine Kontroverse um die Arbeit des Notarztdienstes entzündet. Auslöser für die Diskussion war ein Fall mit einem verwundeten Einwohner der Hauptstadt, der behauptete, während eines russischen Angriffs nicht rechtzeitig den „Notruf' erreichen zu können. Als Reaktion darauf veröffentlichten die Stadtverwaltung von Kiew (KGGA) und das Gesundheitsministerium detaillierte Statistiken zur Arbeit der Mediziner und erläuterten die Regeln ihres Handelns unter Kampfbedingungen.

### Die Situation mit dem Verletzten: Version des Patienten und Antwort der Behörden

Der Vorfall, der den Auslöser für die offizielle Reaktion bildete, betraf den Kiewer Jurij Tereschuk. Nach seinen Angaben versuchte er nach einer Verwundung während eines Schlags zweimal, Hilfe zu rufen. Beim ersten Mal wurde ihm nicht geantwortet, und beim zweiten Anruf wurde ihm angeblich mitgeteilt, dass die Mannschaft erst nach Ende der Luftalarmphase ausrücken könne. Dennoch trafen sowohl staatliche als auch private Mediziner beim Verletzten ein, leisteten Hilfe und brachten ihn ins Krankenhaus.

Das Gesundheitsministerium widerlegte die These, dass die Hilfe nicht rechtzeitig geleistet wurde. Die Behörde betonte, dass das System der Notfallmedizin der Hauptstadt seit Beginn der Invasion ununterbrochen arbeite. Der Dienst erinnerte daran, dass Mediziner während aktiver Beschüsse die Bedrohung ihres eigenen Lebens berücksichtigen müssen. Die Entscheidung über den Einsatz trifft der Leiter der Mannschaft, der die tatsächliche Lage vor Ort bewertet, jedoch wird der Betrieb des Systems nicht eingestellt.

### Umfang der Arbeit: Zahlen und Fakten

Die Behörden legten Daten vor, die den enormen Arbeitsumfang der städtischen Rettungskräfte demonstrieren. Täglich sind in Kiew 130 Mannschaften des Zentrums für Notfallmedizin und Katastrophenmedizin im Dienst. Die Statistik für den Zeitraum vom 24. Februar 2022 bis zum 17. Juni 2026 sieht wie folgt aus:

    - Insgesamt wurden während des Krieges 26.569 Einsätze durchgeführt.

    - 25.853 Verwundeten wurde Hilfe geleistet.

    - Nur im ersten Monat Juni arbeiteten die Mannschaften an 102 Orten und halfen 102 Verletzten.

    - Während des Massenangriffs am 3. Juni arbeiteten Mediziner an 47 Orten, 78 Mannschaften wurden zur Reaktion herangezogen. 72 Personen, darunter drei Kinder, erhielten Hilfe.

    - Am 15. Juni arbeiteten 71 Mannschaften an 55 Orten und leisteten 30 Menschen Hilfe.

### Evakuierung verwundeter Soldaten

Ein separates und kritisch wichtiges Arbeitsfeld bleibt die Arbeit mit verwundeten Soldaten. Seit Beginn des umfassenden Krieges haben 1.114 Mannschaften die gezielte Evakuierung von 1.320 Soldaten in Krankenhäuser anderer Regionen der Ukraine und ins Ausland durchgeführt. Darüber hinaus sicherten mehr als 21.000 Mannschaften den Transport von über 22.000 Verwundeten zwischen Zügen und medizinischen Einrichtungen in Kiew und der Region.

### Personelle Entscheidungen und Verantwortung

Am Abend des 17. Juni meldete das Gesundheitsministerium ernste personelle Umstrukturierungen. Nach den Ergebnissen der Überprüfung des städtischen klinischen Krankenhauses für Notfallmedizin wurde die Entscheidung getroffen, den Direktor der Einrichtung, Wiktor Dorosch, zu entlassen. Der Vertrag mit ihm wird am 18. Juni 2026 vorzeitig gekündigt.

Während der Überprüfung wurden zahlreiche Verstöße, die Nichterfüllung der Vertragsbedingungen und die unzureichende Erfüllung der Dienstpflichten festgestellt. Im Ministerium wurde erklärt, dass die Entscheidung gemäß der Gesetzgebung auf der Grundlage der Schlussfolgerungen einer Fachkommission getroffen wurde. Alle festgestellten Verstöße erhielten eine entsprechende managementbezogene Bewertung.

### Finanzierung und Aufruf zur Verantwortung

Im Jahr 2026 hat der Staat die Finanzierung der Notfallmedizin um fast 2 Milliarden Hrywnja erhöht. Diese Mittel dienen dem Kauf von Medikamenten, Kraftstoff, der Personalsicherung und der Verbesserung der Arbeit des Dienstes, insbesondere in ländlichen Gebieten. Der Nationale Gesundheitsdienst hat bereits spezielle Unterstützungsmaßnahmen für ländliche Mannschaften eingeführt.

Abschließend forderte das Gesundheitsministerium Medien, Blogger und Nutzer sozialer Netzwerke auf, sich verantwortungsbewusst mit der Verbreitung von Informationen zu verhalten. Die Behörde warnte davor, dass unbegründete Vorwürfe gegen Mediziner das Vertrauen in die Dienste untergraben könnten, von denen in kritischen Momenten Menschenleben abhängen.