In der Raumfahrtbranche reift ein wichtiger technologischer Durchbruch heran. Der US-Start-up Icarus Robotics, das den autonomen fliegenden Roboter Joy entwickelt hat, hat die Firma KULR Technology Group als Lieferant für kritische Komponenten – Batterien – ausgewählt. Diese Kooperation wird das Fundament für die Mission Joyride-1 bilden, die für Anfang 2027 geplant ist, wenn der Roboter erstmals zur Internationalen Raumstation (ISS) aufbrechen wird.
Sicherheit geht vor
Die Aufgabe, vor der die Ingenieure stehen, geht weit über die bloße Entwicklung einer Stromquelle für einen Satelliten hinaus. Der Roboter Joy ist dafür konzipiert, direkt in der Nähe der Besatzung innerhalb der bewohnbaren Module der Station zu arbeiten. Dies stellt enorme Anforderungen an die Sicherheit. Ethan Barahona, Geschäftsführer von Icarus Robotics, betont, dass die Entwicklung solcher Systeme ein deutlich komplexerer und kostspieligerer Prozess ist im Vergleich zu herkömmlicher Raumfahrttechnik.
Höchste Priorität hat die Vermeidung auch nur des geringsten Risikos eines Brandes oder eines thermischen Durchgehens der Batterie innerhalb des geschlossenen Raums der Station. Jeder Unfall unter solchen Bedingungen könnte für die Besatzung fatal sein, daher sind die Standards strenger als bei allen anderen Raumfahrzeugen.
Technologien, die im Flug erprobt wurden
Die Firma KULR Technology Group hat die Verantwortung für die Entwicklung der Batteriesysteme K1S (KULR One Space) übernommen. Der Geschäftsführer der Firma, Michael Mo, bestätigte, dass die Batterien unter Berücksichtigung der strengsten Anforderungen der NASA für bemannte Flüge entwickelt werden. Die Ingenieure passen die Systeme an die einzigartigen Abmessungen, die Form und das Leistungsprofil des Roboters Joy an.
Wichtig ist zu beachten, dass die Technologie nicht experimentell ist. KULR hat bereits erfolgreiche Erfahrungen mit dem Einsatz ähnlicher Batterien im Weltraum: Früher wurden vergleichbare Systeme im Rahmen der ehrgeizigen Mission Artemis II auf einem Cubesat flugqualifiziert. Dies gibt Sicherheit in Bezug auf die Zuverlässigkeit der Lösung für die Mission Joyride-1.
Die Zukunft der autonomen Raumfahrt
Die Mission Joyride-1 ist lediglich der erste Schritt zu weitreichenden Veränderungen in der Infrastruktur von Raumflügen. Jamie Palmer, technischer Direktor von Icarus Robotics, weist auf einen unvermeidlichen Trend hin: Die Entwicklung von Orbitalstationen und in Zukunft auch von Basen auf dem Mond und dem Mars wird eine enorme Anzahl autonomer elektromechanischer Systeme erfordern.
Es geht um Roboter, die Inspektionen, Wartung und Montage von Ausrüstung ohne menschliches Zutun durchführen können. Da die manuelle Wartung komplexer orbitaler Systeme immer schwieriger wird, wird die Rolle autonomer Assistenten wachsen. Kompakte und zuverlässige Stromquellen von KULR werden zu einem Schlüsselelement dieser zukünftigen Infrastruktur, die es Robotern ermöglicht, dort zu arbeiten, wo die Anwesenheit von Menschen gefährlich oder unmöglich ist.