Das Team der Jacobs School of Engineering hat die Ergebnisse zweier erfolgreicher präklinischer Tests von Operationsrobotern vorgestellt. Die neue Generation von Maschinen ist in der Lage, mit herkömmlichen Handinstrumenten zu arbeiten, die traditionell von menschlichen Ärzten verwendet werden. Dies unterscheidet sich grundlegend von bestehenden Systemen, die spezialisierte Manipulatoren erfordern.

Erfolgreiche Tests an Tieren

Im ersten Experiment entfernte der Roboter in Zusammenarbeit mit einem menschlichen Assistenten die Gallenblase einer lebenden Schwein. Ein Tierarzt überwachte die Anästhesie und den allgemeinen Zustand des Tieres, um die Sicherheit des Eingriffs zu gewährleisten. Beim zweiten Test arbeiteten zwei Roboter als Paar und führten einen ähnlichen Eingriff vollständig autonom durch, ohne jegliches menschliches Eingreifen in den Operationsprozess.

Mobilität statt Größe

Moderne chirurgische Roboter, wie die weltweit in Krankenhäusern installierten mehr als 1700 da-Vinci-Systeme, wiegen etwa 817 kg und nehmen einen erheblichen Teil des Operationssaals ein. Im Gegensatz dazu wiegt der neue Roboter Surgie nur 27 kg. Das Gerät ist mit zwei Beinen ausgestattet, was ihm ermöglicht, sich fortzubewegen, und eröffnet die Perspektive, sich in der Operation selbstständig zu den benötigten Instrumenten zu bewegen.

Lösung der Personalkrise

Ferngesteuerte und autonome humanoide Roboter haben das echte Potenzial, den Zugang zu kritisch wichtigen Operationen zu erweitern. Dies könnte helfen, die Gesundheitskrise nicht nur in den USA, sondern weltweit zu lösen. Viele Gemeinden leiden unter einem akuten Mangel an chirurgischem Personal, und Patienten erhalten nicht die notwendige Behandlung.

Experten gehen davon aus, dass solche Roboter in abgelegenen Gebieten mit schwieriger Personallage oder unter harten Bedingungen eingesetzt werden können – beispielsweise bei Such- und Rettungseinsätzen, bei denen in kurzer Zeit eine umfangreiche Feldmedizin aufgebaut werden muss.

Technische Details und Perspektiven

Eines der identifizierten Probleme war die Signalverzögerung bei der Fernsteuerung. Der Chirurg Shanley Liu merkte an, dass ein langsames Tempo und die periodische Notwendigkeit der Neujustierung für Systeme in der frühen Entwicklungsphase typisch sind. Dennoch ist Liu der Ansicht, dass Surgie langfristig leicht überall eingesetzt werden könnte: in ländlichen Gebieten, auf dem Schlachtfeld und sogar im Weltraum.