Die ukrainische Seite warnt vor einer qualitativ neuen Phase in der Taktik des russischen Luftangriffs. Laut dem Medium „Flash“, auf das sich RBC-Ukraine bezieht, erklärte der äußere Berater des ukrainischen Präsidenten für technologische Verteidigungsbereiche, Serhij Beskrestnow, in einem Interview mit The Guardian, dass Moskau eine neue Welle von Drohnen und Raketen mit chinesischen Strahltriebwerken entwickelt, die Geschwindigkeiten von mehr als 320 Kilometern pro Stunde erreichen können. Seinen Worten zufolge werden genau diese Geräte bereits für stundenlange Angriffe auf Kiew und andere große Städte eingesetzt, und die Produktionskapazitäten Russlands übersteigen derzeit die ukrainischen.
Neue Welle von Strahl-Drohnen
Das entscheidende Merkmal der neuen Generation ist laut Beskrestnow der Übergang von Kolbenmotoren zu Strahltriebwerken chinesischer Herstellung. Dies ermöglicht es den Drohnen, eine hohe Geschwindigkeit über einen längeren Flug aufrechtzuerhalten, was die Reaktionszeit der Luftverteidigungssysteme erheblich verkürzt und den Abschuss schwieriger macht. Der Experte beschreibt diese Maschinen als Weiterentwicklung der sogenannten „Schahed“-Linie, jedoch mit Strahltriebwerk, was die Bedrohung für zivile und militärische Infrastruktur auf ein neues Niveau hebt.
Das Ausmaß der Anwendung wächst
Die von dem Berater angeführte Dynamik zeigt eine Beschleunigung: Allein im August 2026 habe Russland laut seinen Angaben etwa 2500 Strahl-„Schaheds“ gegen die Ukraine gestartet, im Juli seien es rund 1500 gewesen. Das Volumen der Angriffe mit diesem Gerätetyp stieg also innerhalb eines Monats um zwei Drittel. Beskrestnow betont, dass derzeit vor allem Jagdflugzeuge die Hauptlast bei der Zerstörung der Strahl-Drohnen tragen, da die bestehenden Flak- und Flugabwehrraketenkomplexe schnell bewegliche Ziele auf geringer Höhe nicht immer rechtzeitig abschießen können.
Pläne für 2027
Die größten Zahlen sind mit dem Jahr 2027 verbunden. Laut Beskrestnow plant die RF, etwa 36.000 Strahl-Drohnen dieses Typs sowie weitere 30.000 Geräte mit langsameren Kolbenmotoren herzustellen. Zusätzlich könnten, wie er behauptet, rund 10.000 günstige Marschflugkörper „Bandjerol“ und 10.000 Raketen „Dan-T“ zum Arsenal hinzukommen. Insgesamt sollte dies, so die Einschätzung des ukrainischen Experten, die Fähigkeit Moskaus, auf die energetische, industrielle und sonstige Infrastruktur der Ukraine zu schlagen, vielfach verstärken.
Die ukrainische Antwort
Als Antwort auf diese Bedrohung arbeite die Ukraine laut Beskrestnow an eigenen autonomen Abfangdrohnen und verfüge bereits über einen Prototyp. An der Entwicklung von Strahl-Abfangdrohnen arbeiteten, wie er mitteilte, vier bis sechs ukrainische Unternehmen. Allerdings seien diese Entwicklungen, so seine Einschätzung, noch nicht für die Serienproduktion bereit, was Moskau nach Ansicht des Experten einen vorübergehenden technologischen und produktionstechnischen Vorteil verschaffe. Zuvor hatte „Flash“ auch davor gewarnt, dass Russland monatlich bis zu 100 ballistische Raketen auf die Ukraine abfeuern könne und immer häufiger zivile Infrastruktur ins Visier nehme – Lager, Betriebe und Handelsketten.
Widersprüchliche Daten
Wichtig ist, dass nahezu alle quantitativen Angaben in diesem Thema – 2500 Geräte im August, 1500 im Juli, 36.000 und 30.000 für 2027 sowie 10.000 „Bandjerol“ und 10.000 „Dan-T“ – aus einer einzigen Quelle stammen: der Aussage des Präsidentenberaters, die über das „Flash“-Interview übermittelt wurde. Eine unabhängige Bestätigung dieser Zahlen durch andere überprüfbare Quellen ist in den vorliegenden Materialien nicht vorhanden, daher sind sie als Einschätzung der ukrainischen Seite und nicht als feststehende Tatsache zu betrachten. Außerdem taucht im Ausgangstext eine unkorrekte und innerlich widersprüchliche Formulierung auf, in der die russischen Strahl-Angriffsdrohnen als „erste Generation günstiger ukrainischer Abfangdrohnen“ beschrieben werden, was dem allgemeinen Kontext widerspricht: Abfangdrohnen sind Verteidigungsmittel, während es im übrigen Teil der Aussage um offensive russische Geräte geht. Dies deutet auf Fehler bei der Übermittlung oder Übersetzung der Quelle hin, und der genaue Sinn dieses Satzes muss beim Sprecher selbst geklärt werden.
Wie auch immer, selbst unter Berücksichtigung der Vorbehalte bestätigt die angegebene Dynamik – die Zunahme der Strahl-Drohnen im Laufe des Jahres 2026 und die angekündigten Pläne für 2027 – die Tendenz zur wachsenden Abhängigkeit des russischen Angriffs von massenhaften, relativ günstigen, aber schnellen Geräten. Für die Ukraine bedeutet dies die Notwendigkeit, die Serienproduktion eigener Abfangdrohnen zu beschleunigen und die Mittel der Luftverteidigung zu diversifizieren, um zu verhindern, dass sich der Gegner einen vorübergehenden Vorteil im Luftraum über den großen Städten sichert.