Am 13. September 2026 wurde in Odessa infolge eines russischen Raketenangriffs das Sortierzentrum der Kosmetikfachhandelskette EVA vollständig zerstört. Laut Angaben der Unternehmenssprecher, die RBC-Ukraine erhielt, erfolgte der Treffer um etwa 09:00 Uhr. Das Sortierzentrum belieferte die Filialen von EVA in den Oblasten Odessa, Mykolajiw und Cherson mit Waren und ist damit ein entscheidender Knotenpunkt der Lieferkette für die gesamte südliche Region der Ukraine.
Verlauf des Angriffs und Zustand des Personals
Vertreter von EVA bestätigten, dass sich zum Zeitpunkt des Raketenangriffs Mitarbeiter im Sortierzentrum befanden; zum Glück wurde niemand von ihnen verletzt. Das Unternehmen erklärte, dass die Bewertung des Umfangs des Sachschadens noch laufe und das Team von EVA alle Anstrengungen unternehme, um die Auswirkungen des Vorfalls auf den Betrieb der Filialen in der Region zu minimieren. Konkrete Zahlen zu den Verlusten wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht genannt.
Risiken für Verbraucher in drei Regionen
Die Zerstörung des Verteilzentrums bedeutet, dass in den kommenden Tagen in den Oblasten Odessa, Mykolajiw und Cherson Lieferengpässe bei Kosmetik- und Haushaltswaren möglich sind, die von der Kette EVA verkauft werden. Das Unternehmen nannte keine genauen Zeitpläne für die Wiederherstellung der Lieferketten, betonte jedoch, dass an alternativen Versorgungsschemata für die Filialen gearbeitet werde. Für Verbraucher kann dies einen vorübergehenden Mangel einzelner Produktlinien an den Regalen bedeuten.
Systematische Strategie der Angriffe auf die Logistik
Der Angriff auf das EVA-Sortierzentrum ist kein Einzelfall, sondern Teil einer mehrmonatigen russischen Strategie der gezielten Zerstörung der Lager- und Verteilinfrastruktur der Ukraine. In den letzten Monaten haben die Besatzer bereits Angriffe auf die Lager der Ketten Fozzy Group, „Fora“, VARUS, ROZETKA sowie auf eine Coca-Cola-Produktionsstätte und andere Logistikobjekte geflogen. Diese Taktik ermöglicht es Moskau, gleichzeitig das wirtschaftliche Potenzial des Landes zu treffen und die alltägliche Versorgung der Bevölkerung zu untergraben, was einen Effekt chronischen Warenmangels erzeugt.
Budgetverluste und Reaktion der Regierung
Der ukrainische Ministerpräsident Serhij Koreszkyj erklärte am 13. September, dass der Staatshaushalt des Landes aufgrund der anhaltenden russischen Angriffe auf Lagerobjekte um rund 70 Milliarden Hrywnya weniger einnehmen könnte. Vor diesem Hintergrund hat die ukrainische Regierung ein Paket von Maßnahmen zur Unterstützung der von den Angriffen betroffenen Unternehmen vorbereitet. So schlägt das Kabinett die Gewährung von zinsgünstigen Krediten in Höhe von bis zu 1 Milliarde Hrywnya für Unternehmen vor, deren Infrastruktur zerstört wurde. Die detaillierte Liste der Unterstützungsmaßnahmen und deren Ablauf sind in einem separaten Beitrag von RBC-Ukraine beschrieben.
Weiterer Kontext: Angriffe auf Odessa und Dnipro am 13. September
Der Angriff auf das EVA-Sortierzentrum war Teil einer größeren Serie russischer Angriffe auf ukrainische Städte am 13. September. Laut Angaben des Wirtschaftsmediums delo.ua flog die russische Armee an demselben Tag einen Raketenangriff auf Dnipro, während in Odessa infolge verschiedener Angriffe getötete Zivilisten registriert wurden. Damit fügt sich die Zerstörung des EVA-Logistikzentrums in das Bild der systematischen Zerstörung sowohl militärischer als auch ziviler Infrastruktur im Süden und Zentrum der Ukraine ein.