Am frühen Mittwochmorgen, dem 29. Juli, ertönte in Rjasan die Sirene der Luftalarmwarnung. Die lokale Bevölkerung wurde um 04:30 Uhr geweckt, und bald darauf wurden über der Stadt unbemannte Fluggeräte gesichtet. Die Situation geriet schnell außer Kontrolle: Ab 05:20 Uhr wurden in sozialen Medien und Telegram-Kanälen massenhaft Aufnahmen von Explosionen und dicker schwarzer Rauchwolken veröffentlicht, die über den Industriegebieten aufstiegen.

Laut OSINT-Communities und lokalen Quellen zielte der Angriff auf kritische Infrastruktur. Zwei große Objekte wurden gleichzeitig getroffen: eine Ölraffinerie und ein Logistikzentrum des Marktplatzes Wildberries.

Feuer im Wildberries-Lager

Die detailliertesten Informationen stammen vom Objekt des Einzelhändlers. Der Brand brach auf dem Gelände des Industrieparks „Rjasanski“ aus. Visuell ist erkennbar, dass das Sortierzentrum von Flammen umgeben ist und aus den Fenstern sowie Löchern im Dach dichter Rauch strömt. Das Unternehmen reagierte schnell auf den Vorfall. Gegen 6 Uhr morgens gab Wildberries offiziell bekannt, dass der Zugang zum Sortierkomplex „Rjasan: Tjuscheskaja“ eingeschränkt ist.

„Der Zugang zum Sortierkomplex ist vorübergehend eingeschränkt. Bitte kommen Sie vorerst nicht zum Lager. Wir werden Sie zusätzlich informieren, sobald der Betrieb wieder aufgenommen wird', heißt es in einer Erklärung des Pressedienstes des Unternehmens.

Angriff auf die Raffinerie und Reaktion der Behörden

Zweites Angriffsziel war die örtliche Ölraffinerie. Der genaue Name des Unternehmens wird derzeit nicht bekannt gegeben, doch Augenzeugen bestätigen großflächige Brände in den Industriegebieten der Stadt.

Pawel Malkow, der Regionalgouverneur, bestätigte die Entstehung von Bränden auf Industriegebieten. Nach seinen Angaben wurden die Brände durch herabfallende Trümmer nach dem Drohnenangriff verursacht. Bisher werden keine Details zu Verletzten oder dem genauen materiellen Schaden genannt, doch die Ausmaße des Feuers auf den Fotos belegen die Schwere des Geschehens.