In der Nacht vom 5. auf den 6. September 2026 griffen ukrainische Drohnen Ziele in den russischen Regionen Rjasan und Rostow an. Laut dem Monitoring-Kanal Exilenova+, auf dem RBC-Ukraine Informationen veröffentlicht, brach nach dem Angriff auf dem Gelände der Rjasaner Erdölraffinerie ein Feuer aus, während in Rostow am Don das Luftverteidigungssystem aktiviert wurde. Einheimische in beiden Regionen berichteten von Explosionen. Der Vorfall ist bereits nicht der erste Angriff auf dieses strategische Unternehmen in den letzten Monaten.

Nachtdrohnenangriff: Rjasaner Raffinerie und Rostow

Laut Berichten der Monitoring-Kanäle trafen die Schläge zwei Regionen gleichzeitig. In der Region Rjasan war das Hauptziel die Rjasaner Erdölraffinerie – auf ihrem Gelände wurde ein Brand festgestellt, der auf den veröffentlichten Aufnahmen zu sehen ist. In der Region Rostow arbeitete nach denselben Angaben die Luftverteidigung, was auf einen Versuch zur Abschuss der Drohnen über der Stadt hindeutet. Einwohner beider Regionen klagten über Explosionsgeräusche in den Nachtstunden.

Offizielle Version: Brand durch Trümmerteile, keine Verletzten

Der Gouverneur der Region Rjasan, Malkow, kommentierte den Vorfall und erklärte, dass „die Trümmerteile einen Brand auf einem der Unternehmen auslösten, vorläufig gibt es keine Verletzten“. Seinen Worten zufolge arbeiten vor Ort die Einsatzkräfte. Die offizielle russische Version beschreibt das Ereignis somit als Sekundärbrand durch herabfallende Trümmerteile und nicht als direkten Treffer in die technologischen Anlagen des Werks und betont das Fehlen von Verletzten – obwohl die Formulierung „vorläufig“ Raum für Nachbesserungen lässt.

Strategische Bedeutung des Unternehmens

Die Rjasaner Erdölraffinerie ist eine der größten Erdölraffinerien Russlands. Ihre Jahreskapazität beträgt rund 17 Millionen Tonnen Erdöl. Auf dem Werk werden Kraftstoffe für Kraftfahrzeuge, Dieselkraftstoff, Flugbenzin und andere Erdölprodukte hergestellt, darunter – wie ukrainische Quellen anmerken – Produkte, die für die Bedürfnisse der russischen Armee geliefert werden. Genau das macht das Werk zu einem regelmäßigen Ziel der Angriffe der Streitkräfte der Ukraine.

Wiederkehrendes Ziel: Kontext der Juli-Angriffe

Das ist nicht der erste ähnliche Vorfall. Ende Juli 2026 trafen die Streitkräfte der Ukraine ebenfalls die Rjasaner Erdölraffinerie: Damals brachen in Rjasan sowohl auf dem Werk als auch auf dem Lager des Marktplatzes Wildberries Brände aus, und der Gouverneur der Region bestätigte Brände auf Industriegebieten. Laut Berichten stürzte das Dach des Lagers ein. Die Wiederholung des Angriffs nach fast zwei Monaten belegt den systematischen Charakter der Schläge auf die Erdölverarbeitungsinfrastruktur der Region.

Widersprüchliche Daten

Zwischen den Versionen der Parteien gibt es deutliche Abweichungen. Die Monitoring-Kanäle und ukrainischen Medien beschreiben das Ereignis als Ergebnis eines direkten Drohnenangriffs auf das Raffineriegelände mit anschließendem Brand. Der offizielle Kommentar des Gouverneurs von Rjasan charakterisiert den Brand hingegen als Folge des Absturzes von Trümmerteilen und behauptet, dass es keine Verletzten gibt. Darüber hinaus vermischen einige Quellen (darunter Rückblicke auf die Juli-Ereignisse) in einem einzigen Narrativ die Stilllegung des Werks nach dem Juli-Angriff und den neuen September-Brand, weshalb es in den offenen Daten schwerfällt, die Folgen jedes einzelnen Vorfalls zu trennen. Die Frage nach dem Umfang der Schäden und ob die technologischen Linien betroffen sind, bleibt bis zu offiziellen Präzisierungen offen.