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title: "Roboterhund mit „lebendem Gehirn“: Australische Wissenschaftler steuern Maschine über Neuronenchip"
description: "Das australische Unternehmen Cortical Labs hat gemeinsam mit dem Honda Research Institute Europe einen Roboterhund vorgestellt, der von einem Chip aus lebenden Neuronen gesteuert wird. Die Studie wurde auf arXiv veröffentlicht."
date: 2026-11-08T12:18:48.263Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/robboterhund-lebendes-gehirn-neuronenchip
tags: [cortical-labs, neuro-robotics, biological-chip, ai, honda-research-institute, arxiv]
author: "Alexander Buran"
publisher: "XAB.info"
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# Roboterhund mit „lebendem Gehirn“: Australische Wissenschaftler steuern Maschine über Neuronenchip

![Weißer Roboterhund mit transparentem Kopf und sichtbarem Neuronenchip in einem Forschungslabor](https://xab.info/media/2026/11/08/robot-sobaka-s-zhivym-mozgom-neyronnyy-chip/robot-sobaka-s-zhivym-mozgom-neyronnyy-chip-1.webp)

## Kernpunkte

- Cortical Labs steuerte einen Roboterhund über einen Chip mit im Labor gezüchteten lebenden Neuronen
- Das Experiment wurde gemeinsam mit dem Honda Research Institute Europe durchgeführt: über 4.000 Stunden und rund 1.300 Signalkombinationen
- Biologische Chips befinden sich noch in einem frühen Stadium, versprechen aber Energieeffizienz und bessere Anpassung

Das australische Unternehmen Cortical Labs hat einen Roboterhund vorgestellt, der nicht von einem Siliziumprozessor, sondern von einem biologischen „Gehirn“ aus lebenden Neuronen gesteuert wird. Im Labor gezüchtete Gehirnzellen wurden direkt auf einem Chip mit Elektroden platziert, wodurch ihre Aktivität in reale Maschinenbewegungen umgesetzt wurde. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Bezugnahme auf eine neue Studie, die auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlicht wurde.

### Lebende Neuronen statt Silizium

Erklärungen der Wissenschaftler zufolge könnten lebende Neuronen die Grundlage für Computerchips bilden und sich als effizienter erweisen als herkömmliche Siliziumprozessoren. Das menschliche Gehirn verbraucht deutlich weniger Energie als moderne KI-Systeme und passt sich besser an unbekannte Umgebungen an. Das australische Team züchtete Neuronen direkt auf der Oberfläche eines Mikrochips und stattete diesen mit Elektroden zur bidirektionalen Übertragung elektrischer Signale aus. Dadurch gelang es, die Aktivität einer kleinen Zellgruppe in eine gesteuerte Bewegung des Roboterhundes umzuwandeln.

### Von virtuellen Spielen zu realen Bewegungen

Zuvor hatte Cortical Labs demonstriert, wie kultivierte Neuronen Computeraufgaben ausführen – insbesondere das Spielen von Klassikern wie Pong und Doom. Nun plant das Unternehmen, die Technologie über die virtuelle Welt hinaus zu führen, und hat sich zu diesem Zweck mit dem europäischen Forschungsinstitut Honda Research Institute Europe zusammengetan. Während des Experiments korrigierten spezielle Rückkopplungsschleifen kontinuierlich die Richtung des Geräts, um ihm zu helfen, einen Zielpunkt auf einer einfachen Karte zu erreichen.

### Tausende Stunden Training in einer virtuellen Umgebung

Im Rahmen der Zusammenarbeit führten die Wissenschaftler ein langwieriges Experiment in einem virtuellen System durch, bei dem der lebende Chip in einem einfachen Raster nach Belohnungen suchte. In über 4.000 Stunden kontinuierlicher Interaktion wurden fast 1.300 verschiedene Signalkombinationen getestet. Honda-Seniorforscher Daniel Tanneberg betonte, dass die Verwendung lebender Zellen als Rechensubstrat ein erhebliches Potenzial für die Anpassungsfähigkeit und Energieeffizienz zukünftiger intelligenter Agenten eröffnet.

### Perspektiven und aktuelle Einschränkungen

Die Forscher weisen darauf hin, dass moderne Roboter zwar bereits gut laufen und komplexe akrobatische Tricks ausführen können, aber nach wie vor Schwierigkeiten bei Entscheidungen höherer Ordnung haben und sich schlecht anpassen, wenn sich die Bedingungen plötzlich ändern – genau dieses Problem soll durch den „lebenden“ Chip gelöst werden. Derzeit befinden sich biologische Chips in einem frühen Entwicklungsstadium und zeichnen sich weder durch hohe Geschwindigkeit noch durch perfekte Präzision aus. In Zukunft könnten solche Systeme in gefährlichen oder abgelegenen Regionen arbeiten und personalisierte Hilfe leisten, während sie im Prozess ständig dazulernen. Die Hauptaufgabe der Ingenieure besteht nicht nur darin, Zellen auf Silikon zu züchten, sondern zuverlässige Kommunikationswege zu biologischen Systemen zu finden, diese stabil zu trainieren, Chips für komplexere Aufgaben zu skalieren und zu verstehen, wie lebende Neuronen Informationen speichern und Gedächtnis bilden.

## Faktencheck und Quellen

- [Роботы могут получить мозг из живых клеток: зачем это ученым](https://www.rbc.ua/ukr/news/roboti-mozhut-otrimati-mozok-iz-zhivih-klitin-1793620896.html) - Primärquelle: Zusammenfassung der Studie von Cortical Labs / Honda Research Institute Europe von arXiv; bestätigt Chip aus lebenden Neuronen, 4000+ Trainingsstunden, ~1300 Signalkombinationen und frühes Technologiestadium.

## Häufige Fragen

### Was genau haben die Wissenschaftler in dieser Studie getan?

Das Cortical Labs-Team züchtete Neuronen auf einem Chip mit Elektroden und nutzte deren Aktivität, um die Bewegung eines Roboterhundes zu steuern, der einen Zielpunkt auf einer Karte erreicht.

### Warum gelten lebende Neuronen als vielversprechend?

Forscher erklären, dass biologische Systeme weniger Energie verbrauchen und sich besser an veränderte Bedingungen anpassen als herkömmliche Siliziumprozessoren und moderne KI-Systeme.

### Wie reif ist die Technologie für den Einsatz?

Biologische Chips befinden sich im Frühstadium: Sie bieten noch keine hohe Geschwindigkeit oder Präzision, könnten aber künftig in Gefahrenzonen arbeiten und kontinuierlich lernen.