Wissenschaftler des Georgetown Institute of Technology haben eine innovative Lösung vorgestellt, die die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verwischt. Die von ihnen entwickelte mobile App COBALT ermöglicht es jedem Nutzer, auch ohne spezielle Ausbildung, eine Roboterhand zu steuern, selbst wenn er sich am anderen Ende der Welt befindet. Alles, was für die Steuerung des komplexen Mechanismus erforderlich ist, ist ein gewöhnliches Smartphone.
Die Informationen zum Projekt stammen von RBK-Ukraine unter Bezugnahme auf Materialien der wissenschaftlichen Konferenz IEEE International Conference on Robotics and Automation. Das Programm COBALT verwandelt das Mobiltelefon in einen vollwertigen Controller und gewährleistet eine präzise Steuerung des Manipulators.
Globale Tests und WebRTC-Technologie
Um die Effektivität des Systems zu überprüfen, führten die Entwickler umfangreiche Tests durch, bei denen sie Laien ohne Erfahrung aus neun Ländern, darunter Indonesien, Indien und Pakistan, einbezogen. Die Teilnehmer konnten erfolgreich Roboter steuern, die sich physisch in einem Labor in den USA befanden.
Der Schlüssel zum Erfolg war die WebRTC-Technologie, die in Videokonferenzdiensten wie Zoom und Google Meet weit verbreitet ist. Dank ihr gelang es den Wissenschaftlern, die Signal- und Videoverzögerung auf ein Minimum zu reduzieren, was für die Fernsteuerung von entscheidender Bedeutung ist.
Warum das Smartphone VR-Brillen übertrifft
Untersuchungen haben gezeigt, dass normale Nutzer Smartphones anderen Schnittstellen vorziehen. VR-Brillen, spezielle Joysticks, Tastaturen oder Mäuse erwiesen sich als weniger komfortabel. Das Telefon gilt als das intuitivste Werkzeug, das eine hohe Datenqualität für das Training von Algorithmen bietet.
Die Wissenschaftler planen, diese Methode für die Massensammlung von Informationen nach dem Prinzip des Crowdsourcing zu nutzen. Ihrer Meinung nach würde es, wenn fünf Milliarden Smartphone-Besitzer an Roboter anschließen könnten und ihnen zeigen könnten, wie Aufgaben ausgeführt werden, ermöglichen, schnell die Datenbank zu sammeln, die für den Start der Massenproduktion erforderlich ist.
„Dies könnte etwas wie ein Uber für Roboter sein. Diejenigen, die sich auf der Plattform registrieren möchten, können dies zu einer für sie passenden Zeit und für jeden Zeitraum tun', so die Forscher.
Anwendungsbereiche und Perspektiven
Die Entwickler heben mehrere Schlüsselbereiche hervor, in denen die COBALT-Technologie die Spielregeln in der Zukunft verändern könnte:
- Gig-Economy. Nutzer könnten die App zu einer für sie passenden Zeit aufrufen und gegen Geld Roboter-Assistenten in fremden Häusern fernsteuern, um Haushaltsaufgaben anstelle der Hausbesitzer zu erledigen. Die Wissenschaftler geben jedoch zu, dass auf dieser Stufe das Element des Vertrauens zwischen Arbeitgeber und angestelltem virtuellen Arbeitnehmer sowie korrekt entwickelte Bestimmungen der Arbeitsbeziehungen von entscheidender Bedeutung sind.
- Unterstützung in der Produktion. Wenn ein vollständig autonomer Roboter in einer Fabrik eine komplexe oder unkonventionelle Aufgabe nicht bewältigen kann, kann ein Operator von überall auf der Welt per Telefon anschließen und ihm manuell helfen.
- Zugang zur Bildung. Schüler und Studenten an jedem Ort der Welt könnten ferngesteuert in der Robotik von führenden Tech-Giganten üben, indem sie einfach Smartphones in der Hand halten.
Die COBALT-Technologie eröffnet neue Horizonte für die Interaktion zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz und macht die Robotik für jeden zugänglich und verständlich.