Anhaltende Starkregenfälle und Gewitter, die die heilige Stadt Mekka und die Umgebung der Al-Haram-Moschee in Saudi-Arabien heimgesucht haben, haben zu einer schweren Naturkatastrophe geführt. Das Nationale Meteorologische Zentrum (NMC) des Königreichs hat die höchste Warnstufe („rot“) ausgerufen, was auf ein hohes Risiko von Überschwemmungen und gefährlichen Schlammlawinen in der Region hinweist. Meteorologen zufolge hat die Intensität der Niederschläge die Normwerte überschritten, was zu einem raschen Anstieg des Wasserstands in den tiefer gelegenen Stadtteilen und zur Bildung kräftiger Strömungen führte, die Fahrzeuge mitreißen können.

Gesperrte Straßen und Notfalleinsätze

Auf den Straßen Mekkas herrscht eine kritische Situation: In tiefer gelegenen Gebieten stieg der Wasserpegel innerhalb weniger Minuten an und verwandelte Straßen in reißende Ströme. Der Fahrzeug- und Fußgängerverkehr zwischen den Hotels der Pilger und den heiligen Stätten ist äußerst schwierig geworden. Der saudi-arabische Zivilschutz hat eine Reihe von Notfalleinsätzen durchgeführt, um Menschen zu retten, die in die Nähe von Schlammlawinen geraten waren. Insbesondere wurden kleine Kinder gerettet, die von der gefährlichen Strömung mitgerissen wurden. In sozialen Netzwerken verbreitete Aufnahmen zeigen das Ausmaß der Überschwemmung und die Arbeit der Rettungskräfte im strömenden Regen.

Der Tawaf geht weiter: Gebete an der Kaaba im strömenden Regen

Trotz heftigen Regens und Gewitters setzen Millionen von Pilgern, die die Umra vollziehen, ihre Rituale fort. Der Tawaf – das rituelle Umkreisen der Kaaba – wurde selbst zum Zeitpunkt der heftigsten Niederschläge nicht unterbrochen. Auf Aufnahmen in der Nähe des Heiligtums sind Menschenmengen mit bunten Regenschirmen zu sehen, die ihre Runden um den schwarzen Würfel drehen, der mit der Kiswa, dem traditionellen Tuch mit goldener Borte, bedeckt ist. Mitarbeiter der Al-Haram-Moschee und spezialisierte Teams arbeiten ununterbrochen daran, das angesammelte Wasser von den Marmorböden des Gebetshofs abzuleiten, um die Sicherheit der Pilger zu gewährleisten und Stürze auf glatten Oberflächen zu verhindern.

Offizielle Warnungen und Empfehlungen

Staatliche Stellen Saudi-Arabiens und Vertreter des Zivilschutzes haben einen offiziellen Appell an die Einwohner Mekkas und die Pilger gerichtet. Darin wird dazu aufgerufen, sich von Flussbetten, Tiefländern und Tälern, in denen sich Wasser sammelt, fernzuhalten und den Anweisungen der örtlichen Behörden strikt Folge zu leisten. Das Wetterzentrum empfahl, bis zum Nachlassen der Niederschläge an sicheren Orten zu bleiben. Vor dem Hintergrund der ausgerufen roten Warnstufe sind alle städtischen Dienste in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden.

Kontext: Klimarisiken für die Pilgerfahrt

Mekka empfängt jährlich Millionen von Pilgern, die die Umra und den Hadsch vollziehen. Die Stadt liegt in einer trockenen Region, doch saisonale Starkregenfälle, die für die Periode von Oktober bis Dezember typisch sind, können aufgrund fehlender natürlicher Entwässerungssysteme in dichter städtischer Bebauung plötzliche Sturzfluten verursachen. Die Ausrufung der roten Warnstufe durch das NMC ist eine seltene Maßnahme, die auf eine extrem hohe Gefahr hinweist. Die Behörden des Königreichs haben in den letzten Jahren verstärkt infrastrukturelle Maßnahmen ergriffen, um die Al-Haram-Moschee und die umliegenden Gebiete vor den Folgen extrem Wetterereignisse zu schützen.