Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Spannung an der Frontlinie und Warnungen vor bevorstehenden russischen Angriffen auf die Ukraine wurde in Washington eine ungewöhnliche Erklärung abgegeben. Der US-Außenminister Marco Rubio hat trotz der angespannten Lage eine offizielle Botschaft an das russische Volk gerichtet.

Diplomatischer Gestus inmitten des Konflikts

In seiner Ansprache hat Rubio im Namen der Vereinigten Staaten die Russen zum Tag Russlands gratuliert. Der Diplomat betonte, dass die amerikanische Seite weiterhin bestrebt ist, eine friedliche Lösung des bewaffneten Konflikts zwischen Moskau und Kiew zu finden. In der Erklärung wird die Hoffnung geäußert, dass Friedensverhandlungen den Weg zu einer "blühenderen Zukunft" für die Bürger Russlands ebnen und "konstruktivere Beziehungen" zwischen den beiden Ländern ermöglichen könnten.

Dieser Gestus erfolgte vor dem Hintergrund einer ernsthaften Eskalation. Die ukrainischen Luftstreitkräfte hatten zuvor vor einer hohen Wahrscheinlichkeit gewarnt, dass Russland am Freitag, dem 12. Juni, die Mittelstreckenballistikrakete "Orechnik" einsetzen könnte. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, höchste Wachsamkeit zu walten lassen und rund um die Uhr auf Luftalarm-Signale zu reagieren.

Nachrichtendienstliche Informationen und die Bedrohung eines Angriffs

Die Situation verschärfte sich, nachdem eine Quelle des RBC-Ukraine in der ukrainischen Regierung mitteilte, dass Kiew von amerikanischen Partnern Informationen über die Bedrohung durch einen Angriff genau mit dieser Rakete erhalten habe. Der "Orechnik" hatte seine zerstörerische Kraft bereits zuvor demonstriert. In der Nacht zum 24. Mai führte Russland einen massiven kombinierten Angriff durch, bei dem 600 Drohnen und 90 Raketen zum Einsatz kamen.

Laut den Luftstreitkräften befanden sich unter dem Arsenal der Besatzer auch die ballistischen Raketen "Orechnik". Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj präzisierte später die Details jener Nacht: Die Russen feuerten zwei solcher Raketen ab. Eine fiel in der Nähe von Bila Zerkwa, die andere auf dem vorübergehend besetzten Gebiet der Region Donezk.

Ziele des Angriffs: "Scheunen" und Tests

Das Interesse an dieser Rakete wird auch durch Erklärungen der russischen Seite geschürt. Wladimir Putin hatte zuvor erklärt, dass der Angriff mit dem "Orechnik" auf ein Objekt im besetzten Teil der Region Donezk speziell durchgeführt wurde. Nach seinen Worten sollte geprüft werden, "wie die Blöcke fallen", was faktisch bestätigt, dass die Rakete zur Überprüfung der Kampfwirksamkeit unter realen Bedingungen eingesetzt wurde.