Washington ist bereit, in den kommenden Wochen einen neuen Versuch zur Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland zu unternehmen. Dies erklärte der US-Außenminister Marco Rubio in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News und betonte, dass die Verwaltung von Donald Trump keine Bemühungen unternommen lässt, einen diplomatischen Ausweg aus der Krise zu finden.

Die Rolle der USA bei der Beilegung des Konflikts

Laut Rubio hat der US-Präsident Donald Trump wiederholt seine Bereitschaft bekundet, dass Washington eine konstruktive Rolle bei der Beendigung der Kampfhandlungen spielen wird. Der Außenminister merkte an, dass der Frage im ersten Jahr der Amtszeit der Verwaltung große Aufmerksamkeit geschenkt wurde, der Verhandlungsprozess jedoch ins Stocken geraten ist.

„Die Vereinigten Staaten können eine Rolle bei der Beendigung dieses Krieges spielen. Wir werden weiterhin solche Möglichkeiten untersuchen', betonte Rubio. Gleichzeitig äußerte er die Meinung, dass Donald Trump der einzige Weltführer sei, der in der Lage sei, die russische und ukrainische Seite an den Verhandlungstisch zu bringen.

Neue Dynamik an der Front

Rubio wies auf erhebliche Veränderungen in der Lage in den letzten Monaten hin. Nach seinen Worten verfügt die Ukraine nun über die Möglichkeit, Fernangriffe tief in das russische Territorium zu führen, was den Krieg für die russische Bevölkerung immer spürbarer macht.

„Wir wollen herausfinden, ob diese neue Dynamik den Weg zu einer bestimmten Verhandlungsregelung geebnet hat', merkte der Außenminister an. Er fügte hinzu, dass in den kommenden Wochen neue diplomatische Schritte unternommen werden könnten, um den Dialog wieder aufzunehmen.

Harte Positionen der Seiten

Trotz der Bereitschaft zur Vermittlung erkannte Rubio die Schwierigkeit der Aufgabe an. Er betonte, dass sowohl die Ukraine als auch Russland eigene harte Grundsatzpositionen haben.

„Wir verstehen, dass beide Seiten ziemlich harte rote Linien haben. Solange wir es nicht schaffen, diese Positionen auch nur ein wenig zu nähern, werden keine Vereinbarungen getroffen werden können', sagte er.

Der Außenminister übermittelte auch die Position des Präsidenten: „Der Präsident hat seinem Team gesagt: Wenn Sie die Möglichkeit sehen, eine Kraft zu werden, die den Friedensverhandlungen neuen Schwung verleiht, tun Sie es. Er bevorzugt immer Diplomatie statt Krieg und Frieden statt Kampfhandlungen“.

Reaktion Kiews und Bedingungen Moskaus

Die Ukraine hat wiederholt ihre Bereitschaft bekundet, die Verhandlungen mit Russland fortzusetzen, jedoch unter der Bedingung, dass diese auf die Erzielung einer Waffenruhe gerichtet sind. Gleichzeitig hat Russland seine Forderungen zur Beendigung des Krieges in einem Memorandum dargelegt, das am 2. Juni während der Verhandlungen in Istanbul vorgelegt wurde. In Kiew wird dieses Dokument als Ultimatum bezeichnet.

Laut Umfragen spricht sich die absolute Mehrheit der Ukrainer gegen die Erfüllung der Forderungen Wladimir Putins aus, was zusätzliche Schwierigkeiten für eine mögliche friedliche Beilegung schafft.