US-Aussenminister Marco Rubio erklärte in einem Gespräch mit Journalisten des Magazins Magno News, auf das sich RBC-Ukraine beruft, dass die Ukraine derzeit keinen Zugriff auf das militärische Satellitensystem Starshield hat. Seinen Angaben zufolge hatte die ukrainische Seite um einen solchen Zugang gebeten, um Langstreckenangriffe tief in das russische Territorium zu verrichten, jedoch sei dieser Zugang, wie der Aussenminister betonte, bislang nicht gewährt worden. Rubio wies zudem Anschuldigungen über eine Verwicklung der US-Behörden in die Störungen bei Starlink und Starshield kategorisch zurück und bezeichnete solche Berichte als „kategorisch falsche Informationen“.

Position Washingtons: Keine Befehle zur Verlangsamung

Als Antwort auf Fragen zu möglichen Geschwindigkeitsbeschränkungen der Verbindung erklärte Rubio, dass „niemand im Weissen Haus irgendjemandem befohlen hat, das Internet zu verlangsamen oder die Verbindungsgeschwindigkeit zu reduzieren, damit bestimmte Drohnen es nicht nutzen können“. Seinen Angaben nach funktioniere das System derzeit, soweit ihm bekannt ist, wieder im regulären Modus. Damit distanziert sich Washington von jeglichen Vorwürfen einer gezielten Einmischung in die Satellitenkommunikation, die vom ukrainischen Militär genutzt wird.

Kiews Version: Abfangjäger-Steuerung und das 160-km/h-Limit

Die Aussagen des US-Aussenministers weichen von der Position der ukrainischen Seite ab. Serhij Beskrestnow, Berater des ukrainischen Präsidenten für Verteidigungstechnologien, erzählte in einem Interview mit der Agentur AP, dass die Ukraine Starshield zur Steuerung von Abfangdrohnen nutzt. Genau für dieses Dienstleistungspaket gelte, so sagte er, seit der Nacht zum 14. Oktober eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 160 km/h. Beskrestnow betonte, dass Starshield auf russischem Territorium und für Angriffe auf russische Öldraffinerien nicht eingesetzt werde und das festgelegte Limit bis heute nicht aufgehoben worden sei. Kiew führe diesbezüglich Gespräche mit dem Pentagon, SpaceX und der US-Regierung.

Die Rolle von Musk und Trump bei den Beschränkungen

SpaceX-Eigentümer Elon Musk wies zuvor darauf hin, dass das Starshield-System der US-Regierung gehöre und Beschränkungen dafür vom US-Militär und letztlich vom Präsidenten des Landes festgelegt würden. US-Präsident Donald Trump selbst versicherte, dass er keinen Befehl zur Einschränkung des Systembetriebs erteilt habe. Diese Aussagen bilden eine zusätzliche Diskussionsebene: Die formale Verantwortung für die Betriebsparameter von Starshield liegt laut Musk bei den amerikanischen Militärstrukturen, während das Weisse Haus und das Staatsoberhaupt persönlich die Initierung jeglicher Beschränkungen bestreiten.

Kontext: Parallele Waffenstillstandsverhandlungen

Rubios Aussagen zu Starshield erfolgten vor dem Hintergrund seiner anderen Mitteilungen über diplomatische Bemühungen. Im Programm des Fernsehsenders OAN teilte der Aussenminister mit, dass Russland Interesse an einem begrenzten Waffenstillstand mit der Ukraine signalisiert habe, der die Einstellung gegenseitiger Angriffe auf die Energieinfrastruktur umfassen soll. Einer solchen Vereinbarung zufolge könnte die globale Spannung teilweise verringert werden, und die USA beabsichtigen, die Bemühungen zu ihrer Erreichung fortzusetzen. Die Frage des Zugangs zur Satellitenkommunikation und der Drohnensteuerung bleibt in diesem Kontext einer der wichtigsten technischen und politischen Punkte, bei denen die Positionen der Parteien noch nicht übereinstimmen.