Die Kriegswirtschaft Russlands steht vor einer neuen ernsthaften Herausforderung. Unmittelbar nach der Treibstoffkrise haben statistische Daten einen erheblichen Rückgang der Ammoniumnitratproduktion verzeichnet – einem Schlüsselelement für den russischen Militärindustriekomplex. Dies meldet RBK-Ukraine unter Berufung auf Daten des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation.

Statistiken zum Produktionsrückgang

Ammoniumnitrat ist ein Produkt mit doppeltem Verwendungszweck, das sowohl im Agrarsektor als auch für die Bedürfnisse des Militärindustriekomplexes gefragt ist. Laut offiziellen Daten des russischen Statistikamtes Rosstat sind die Produktionsmengen in Russland im letzten Jahr um 9 % gesunken. Die Situation spitzte sich im Mai zu: Der Rückgang betrug im Jahresvergleich 14 %, was den negativsten Wert seit Jahresbeginn darstellt.

Das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation führt diesen Rückgang auf eine Serie ukrainischer Langstreckenanschläge gegen russische Industrieanlagen zurück. Gleichzeitig erklären offizielle Vertreter Russlands den Rückgang der Mengen mit „geplanten Reparaturen“ in den Betrieben.

Ziele der Angriffe und deren Folgen

Eines der bedeutenden Ziele, die angegriffen wurden, war der Chemiekombinat „Azot“ in der Oblast Tulja. Dies ist eines der größten Unternehmen, die chemische Produkte herstellen, die vom russischen Verteidigungssektor genutzt werden.

Experten des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation betonen: „Der Produktionsrückgang in der russischen chemischen Industrie ist ein weiterer Beweis für die Wirksamkeit ukrainischer Langstreckenanschläge. Und obwohl russische Propagandisten tun, als würden ukrainische Drohnen keinen erheblichen Schaden verursachen, zeigt selbst die offizielle Statistik das genaue Gegenteil“.

Bewertung durch internationale Experten

Auch westliche Analysten erkennen die Auswirkungen der Angriffe auf die russische Wirtschaft an. Die Zeitschrift The Economist stellt fest, dass Angriffe auf das russische Hinterland eine stärkere Auswirkung auf die militärische Produktion haben als bisher angenommen.

Laut Berechnungen des Magazins hat die Ukraine allein im Jahr 2025 658 Angriffe auf Ziele durchgeführt, die mehr als 100 km von der Grenze entfernt liegen. Infolgedessen sank die Produktion in russischen Raffinerien im Frühjahr um 15 % im Jahresvergleich.