Die Beliebtheitswerte von Wladimir Putin verzeichnen bereits die zweite Woche in Folge einen Rückgang. Laut Umfragen beginnen das Vertrauen in den Präsidenten und die Zustimmung zu seiner Arbeit vor dem Hintergrund der Eskalation des Konflikts und der Probleme mit der Energieinfrastruktur zu sinken.

Umfragezahlen: Abwärtstrend

Laut einer vom WCIOM durchgeführten Studie vom 29. Juni bis 5. Juli haben 66 % der Befragten die Tätigkeit des Staatsoberhauptes gebilligt. Dies ist um 0,9 Prozentpunkte niedriger als in der Vorwoche. Das Vertrauen in Putin lag bei 72,3 %, was ebenfalls einen Prozentpunkt unter dem Wert der Vorwoche liegt.

Auch der Fonds „Öffentliche Meinung“ (FOM) bestätigt die negative Dynamik. In einer Umfrage vom 3. bis 5. Juli sank das Vertrauen in den Präsidenten von 71 % auf 69 %. Gleichzeitig verzeichnete der FOM einen geringfügigen Anstieg der Bewertung der Arbeit des Staatsoberhauptes – von 70 % auf 71 %.

Hauptthema der Woche: Benzinmangel

Grund für den Rückgang der Beliebtheitswerte waren nicht nur militärische Ereignisse, sondern auch wirtschaftliche Schwierigkeiten. Laut FOM war der Benzinmangel und die Verteuerung des Kraftstoffs das wichtigste Ereignis der Woche für die Russen. So antworteten 20 % der Befragten.

Zum Vergleich: Die „Spezialoperation“ insgesamt nannten 18 % der Befragten als Hauptthema, die Beschuss russischer Gebiete 12 %. Noch vor einer Woche sah die Verteilung anders aus: 19 % der Bürger erwähnten die Beschüsse, die SSO insgesamt 15 %, und nur 14 % sprachen über Probleme mit Kraftstoff.

Folgen der Angriffe auf die Infrastruktur

Die zunehmende Aufmerksamkeit für das Thema Kraftstoff hängt direkt mit Angriffen auf die Ölinfrastruktur zusammen. Infolge von Angriffen ukrainischer Drohnen verlor Russland zwischen 20 % und 40 % seiner Raffineriekapazitäten. Die Krise mit dem Kraftstoff betraf etwa 50 Millionen Bürger.

Die Situation spitzte sich so zu, dass etwa 50 Regionen noch vor Ende Juni Einschränkungen beim Verkauf von Benzin einführten.

Pläne des Kremls und Ablehnung eines Waffenstillstands

Trotz der Verschlechterung der Lage im Land und des Drucks der Umstände bleibt der Kurs auf die Fortsetzung des Konflikts unverändert. Wie RBC-Ukraine berichtete, hatten Berater Wladimir Putin die Idee eines Waffenstillstands an der Frontlinie vorgeschlagen, die der Staatsoberhaupt jedoch ablehnte.

Laut Quellen von Reuters, die dem Kreml nahe stehen, bleibt die Hauptaufgabe Putins derzeit die Erringung der Kontrolle über den gesamten Donbass. In den kommenden Monaten ist eine neue Eskalation der Kampfhandlungen wahrscheinlich.