Der Entwickler Pete Batard von Akeo Consulting hat ein offizielles Update der beliebten Rufus-Utility auf Version 4.15 veröffentlicht. Die am 30. Juni 2026 datierte Veröffentlichung ist eine der bedeutendsten der letzten Zeit, da sie eine Reihe kritischer Probleme behebt, die die Stabilität und Sicherheit des Prozesses zur Erstellung von bootfähigen Medien beeinträchtigten.

Die unter der freien GPLv3-Lizenz verbreitete Software bleibt der De-facto-Standard zum Brennen von Images auf USB-Laufwerke. Sie erfordert keine Installation, verfügt über eine digitale Signatur des Entwicklers und ermöglicht einen direkten Low-Level-Schreibzugriff mit Unterstützung für MBR- und GPT-Partitionstabellen für BIOS- und UEFI-Systeme. In früheren Versionen hatten sich jedoch erhebliche Mängel angesammelt, die nun behoben wurden.

Behebung der WUE-Logik und „stiller' Installation

Eine der wichtigsten Neuheiten war die Überarbeitung des Moduls Windows User Experience (WUE). Diese Funktion ermöglicht es Benutzern, Windows 11-Distributionen direkt während des Schreibens zu modifizieren, indem sie die obligatorischen Anforderungen von Microsoft deaktivieren: Vorhandensein eines TPM 2.0-Chips, Secure Boot und UEFI. Über WUE können zudem Telemetrie blockiert, OneDrive entfernt und die Bindung an ein Microsoft-Konto umgangen werden.

In Versionen vor 4.15, einschließlich der 4.14-Zweigversion, gab es Systemausfälle, aufgrund derer benutzerdefinierte Einstellungen nach einem Neustart der Utility zurückgesetzt wurden und einige Parameter erzwungen wurden. Im neuen Release wurde die Logik zum Speichern von Konfigurationsdateien vollständig überarbeitet, was die Beibehaltung der ausgewählten Flags garantiert.

Zudem wurde ein kritischer Fehler behoben, der dazu führte, dass der Prozess der automatischen („stiller') Installation von Windows bei 75% zum Stillstand kam. Das Problem trat bei der Arbeit mit ISO-Images auf, die mehrere Dateien im WIM-Format (Windows Imaging Format) enthielten. Die fehlerhafte Verarbeitung solcher Images führte den Algorithmus des Programms in eine Endlosschleife beim Parsen, was den Abschluss der Installation unmöglich machte.

Schließen von Sicherheitslücken im Metadaten-Parser

Die sichere Verarbeitung nicht vertrauenswürdiger Images wurde zur Priorität für die Entwickler. Der integrierte Metadaten-Parser ezxml.c wurde einem tiefgreifenden Audit unterzogen, bei dem drei Schwachstellen hohen Risikos (High) identifiziert und behoben wurden:

  • Unbegrenztes Erweitern von XML-Entitäten (Billion Laughs): Die Schwachstelle ermöglichte einen Denial-of-Service-Angriff (DoS) auf das Gerät beim Lesen eines schädlichen ISO-Images. Das rekursive Auflösen von Verweisen ohne Speicherüberwachung führte zu einem kompletten Systemabsturz.
  • Ganzzahliger Pufferüberlauf: Der Fehler trat bei der Verarbeitung von Strings mit einer Größe von mehr als 2 GB auf, was zu einem Heap-Overflow und einem potenziellen Absturz der Anwendung führte.
  • Truncation von Werten bei der Reallokation: Der Datentyp in der Funktion _realloc() für 64-Bit-Builds wurde korrigiert (von unsigned int auf size_t), was die Zuweisung von inkorrekten Speichermengen verhindert.

Unterstützung neuer Architekturen und Behebung von Abstürzen

Version 4.15 hat auch die Unterstützung für Hardware-Plattformen erweitert. In den UEFI:NTFS-Bootloader wurde die vollständige Unterstützung der RISC-V 64-Architektur integriert. Dies eröffnet Möglichkeiten für die Nutzung der Utility auf neuen Geräteklassen, die eine offene Prozessorarchitektur verwenden.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Stabilität auf Geräten mit ARM64-Prozessoren gelegt. Die Ingenieure haben einen Hardware-Fehler behoben, der zu kritischen Datenbeschädigungen und dem Auftreten des „Blue Screen of Death' (BSOD) während des Bootvorgangs führte. Das Problem betraf moderne Laptops und Tablets auf Basis von Qualcomm Snapdragon X-Chips, die UEFI:NTFS nutzen.

Das Update Rufus 4.15 wird allen Benutzern empfohlen, die mit Windows-Distributionen arbeiten, insbesondere denen, die die Utility zur Automatisierung der Systembereitstellung nutzen oder mit nicht-standardmäßigen Prozessorarchitekturen arbeiten.