Die Situation im Norden der Ukraine hat sich in den letzten sieben Tagen spürbar verändert. Der Sprecher des Staatlichen Grenzschutzdienstes der Ukraine, Andrei Demtschenko, erklärte gegenüber dem Verlag RBC-Ukraine, dass die Intensität der Flüge von unbemannten Fluggeräten (UAVs) vom Typ „Schahed“ entlang der Staatsgrenze zu Belarus abgenommen hat.
Abnahme der Aktivität: Fakten und Zahlen
Laut dem Vertreter des Staatlichen Grenzschutzdienstes werden Masseneinsätze von Drohnen, die zuvor für diesen Abschnitt der Grenze charakteristisch waren, in letzter Zeit seltener beobachtet. Demtschenko präzisierte, dass der Höhepunkt der Aktivität auf Anfang und Mitte Juni fiel, als die Ukraine massiven Angriffen ausgesetzt war. In diesem Zeitraum war die Nutzung der Route über die nördliche Grenze besonders intensiv.
Unter den aktuellen Umständen ist jedoch in der letzten Woche die Anzahl der Vorfälle mit Grenzüberschreitungen aus der Region Tschernihiw etwas zurückgegangen. Der Sprecher betonte jedoch, dass der Feind die Nutzung dieser strategischen Achse nicht vollständig aufgegeben hat.
Ultimatum und technische Überprüfung
Die Abnahme der Aktivität fiel mit diplomatischen und militärischen Aktionen Kiiews zusammen. Letzten Freitag stellte Präsident Wolodymyr Selenskyj dem belarussischen Führungsteam ein Ultimatum: Innerhalb einer Woche müssen die russischen Relaisstationen abgebaut werden, die laut Kiiew zur Steuerung von Drohnen entlang der ukrainischen Grenze genutzt werden.
Ob die Seite von Minsk diese Forderung erfüllt hat, konnten die Grenzschützer nicht beantworten. Andrei Demtschenko erklärte, dass der Staatliche Grenzschutzdienst über keine technischen Mittel verfügt, um das Territorium des Nachbarstaats zu überwachen. Eine Überprüfung der An- oder Abwesenheit der Ausrüstung kann nur von spezialisierten Nachrichtendiensten durchgeführt werden.
Reaktion auf das Ultimatum
Trotz fehlender offizieller Bestätigungen durch die Sicherheitsbehörden verzeichnen unabhängige Quellen Veränderungen. Das belarussische Medium „Flagstock“ stellt fest, dass die Häufigkeit der Drohnenflüge nach der Erklärung von Selenskyj abgenommen hat und in den letzten drei Tagen gar keine beobachtet wurden. Experten des Verlags vermuten, dass das Regime von Alexander Lukaschenko die Forderung erfüllt und die Relaisstationen abgeschaltet haben könnte.
Die Frist des Ultimatums läuft diesen Freitag ab. Zuvor hatte Wolodymyr Selenskyj gewarnt, dass im Falle einer Weigerung der belarussischen Seite, die Ausrüstung abzubauen, dies die ukrainische Armee tun werde. Die Position Kiiews wurde von der Europäischen Union unterstützt, die auf das Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung hinwies und auf die Rolle der belarussischen Führung bei der Unterstützung der russischen Aggression verwies.