In Kiew, im Stadtteil Lukjanowka, sind die Spuren einer verheerenden Attacke, die in der Nacht auf den 24. Mai stattfand, bis heute sichtbar. Ein massiver Beschuss durch Russland führte zu weitreichenden Zerstörungen der Infrastruktur: Das Einkaufszentrum „Quadrat“ brannte nieder, ein Wohnhaus und eine U-Bahn-Station wurden beschädigt. Doch das auffälligste Symbol des Verlusts ist der Lukjanowski-Markt, der zu einem Trümmerhaufen wurde und vorerst nicht wieder vollumfänglich in Betrieb gehen kann.
Privatbesitz und Bürokratie
Trotz des offensichtlichen Bedarfs an Wiederaufbau verzögert sich die Beseitigung der Folgen der Attacke. Laut dem Departement für Industrie und Entwicklung des Unternehmertums der Stadtverwaltung von Kiew (KGGA) ist der entscheidende Faktor, der den Wiederaufbau bremst, der Status des Objekts. Der Markt „Lukjanowski“ befindet sich im Privatbesitz der Gesellschaft mit beschränkter Haftung „Kwitkowa Haljyna“.
Die Stadtbehörden betonen, dass sie nicht das Recht haben, sich direkt in den Wiederaufbauprozess einzumischen oder den Eigentümer zu Maßnahmen zu zwingen. Im Departement wurde erklärt, dass der Eigentümer die Einreichung der Dokumente, einschließlich der Ergebnisse von Gutachten, zur Feststellung des tatsächlichen Schadensumfangs initiieren muss. Diese Schritte sind notwendig, um die Verfahren in Gang zu setzen, die im Gesetz der Ukraine „Über die Entschädigung für Beschädigung und Zerstörung bestimmter Kategorien von Immobilienobjekten“ vorgesehen sind.
Warten auf die Entscheidung des Eigentümers
Stand 16. Juni 2026 bleibt die Situation ungewiss. In der Antwort der KGGA an die Redaktion von RBC-Ukraine wird darauf hingewiesen, dass der Eigentümer noch keine endgültige Entscheidung bezüglich des grundlegenden Wiederaufbaus des Marktes getroffen hat. Der einzige aktive Prozess derzeit ist die Räumung des Geländes durch die Marktverwaltung, um den Handel zu ermöglichen, doch das Ausmaß dieser Arbeiten erlaubt bisher keine Rede von einer vollständigen Wiederaufnahme der Tätigkeit.
Die Frage nach einer möglichen Bereitstellung von Mitteln durch die Stadt für den Wiederaufbau des Objekts wurde im Departement unbeantwortet gelassen, wobei auf den privaten Status der Immobilie verwiesen wurde.
Reaktion der Öffentlichkeit
Die Untätigkeit des Eigentümers und die Verzögerung bei der Wiederherstellung haben bei den Anwohnern für Aufsehen gesorgt. Kiewer Bürger haben die Erstellung einer Petition initiiert, in der sie die Behörden auffordern, den Prozess der Wiederbelebung des Marktes zu beschleunigen. Das Dokument hat die erforderliche Anzahl an Stimmen gesammelt und befindet sich derzeit in Prüfung bei der KGGA. Allerdings bleibt der Einfluss der Stadtverwaltung auf den privaten Unternehmen angesichts gesetzlicher Beschränkungen begrenzt.