Das russische Kommando sah sich gezwungen, eine beispiellose Entscheidung zu treffen: Es verbot offiziell den Verkehr eigener Militärfahrzeuge auf einer wichtigen logistischen Arterie, die Mariupol mit Simferopol verbindet. Grund dafür ist die Effektivität der ukrainischen Drohneneinheiten, die die volle Feuerkontrolle über die Straße R-280 übernommen haben.

Dies meldete am 7. Juni Robert „Madyar“ Browdy, Befehlshaber der Drohneneinheiten der Ukrainischen Streitkräfte. Nach seinen Angaben können die russischen Besatzer diese Route nicht mehr für den Nachschub nutzen, da sie aufgrund systematischer Angriffe ukrainischer Drohnen zu einer Hochrisikozone geworden ist.

Rückgang der Transportintensität

Die Statistik der letzten zwei Wochen verdeutlicht das Ausmaß des Problems für die russische Armee. Die Verkehrsdichte auf der gesperrten Route ist um 71 % eingebrochen. Während früher täglich etwa 3800 Lastwagen mit Militärfahrzeugen und Nachschubgütern die Straße nutzten, liegt dieser Wert nun bei nur noch 1100 Fahrzeugen.

Robert Browdy präzisierte, dass es sich vorerst nicht um eine vollständige Blockade aller logistischen Routen in diesem Sektor handelt, doch der Schlag gegen den Landkorridor zwischen der Krim und Donezk ist erheblich. Die Bediener der Drohneneinheiten des Hauptnachrichtendienstes setzen die Störung der Besatzer fort und führen Angriffe sogar im tiefen Hinterland des Gegners durch.

Folgen für die besetzte Krim

Die Unterbrechung der Lieferketten wirkt sich bereits auf den Alltag der Bevölkerung im vorübergehend besetzten Krim aus. In lokalen Geschäften herrscht Mangel an Grundnahrungsmitteln. Zucker, Getreide, Mehl und Nudeln verschwinden von den Regalen.

Aufgrund des Mangels an Waren sind die Handelsketten gezwungen, Verkaufsbeschränkungen pro Person einzuführen. Zuvor hatte der ukrainische Nachrichtendienst bereits erfolgreich Militärezüge auf der Krim angegriffen, die für den Transport von Munition, Treibstoff und Militärfahrzeugen genutzt wurden, was die Versorgungslage weiter verschärft hat.