Entlang der belarussisch-ukrainischen Grenze ist eine unerwartete Stille eingetreten. Russische Kampfdrohnen haben in diesem Sektor bereits seit drei Tagen keine Flüge mehr unternommen. Experten und Militäranalysten verbinden diese Pause mit der wahrscheinlichen Abschaltung von Relaisstationen auf dem Territorium Belarus', die zuvor zur Korrektur von Angriffen genutzt wurden.

Die Informationen über die Änderung der Taktik des Gegners werden von der Publikation „Flagstock' bestätigt, auf die sich RBC-Ukraine bezieht. Die Situation steht im starken Kontrast zur Lage Ende Mai und Anfang Juni 2026, als Überflüge russischer UAVs in diesem Abschnitt massenhaft stattfanden. Einige Drohnen verstießen sogar gegen den Luftraum des Nachbarlandes.

Der letzte Vorfall und die Änderung des Vektors

Der letzte registrierte Fall eines Drohnenflugs über belarussisches Territorium ereignete sich am Morgen des 21. Juni. Die Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine berichteten über die Bewegung von Zielen im Norden der Oblast Tschernihiw in Richtung Slawutytsch. Eine der Drohnen landete später auf dem Territorium Belarus', nachdem sie über die Oblaste Homel und Brest geflogen war.

Dennoch änderten die russischen Kamikaze-Drohnen in den folgenden Tagen, trotz anhaltender Angriffe auf die Oblast Tschernihiw, ihre Flugbahnen. Jetzt umgehen sie die Grenze zu Belarus und wählen andere Routen, um ihre Ziele zu erreichen.

Ursache: Verzicht auf Relaisstationen?

Überwachungsgruppen vermuten, dass die plötzliche Änderung der Routen direkt damit zusammenhängt, dass die russischen Truppen aufgehört haben, Relaisstationen auf dem Territorium Belarus' zu nutzen. Zuvor wurde mit deren Hilfe die Zielung von Drohnen auf Ziele in der Ukraine durchgeführt.

Dieser Schritt könnte eine Reaktion auf das harte Ultimatum sein, das der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zuvor ausgesprochen hat. Der Staatsoberhaupt warnte Minsk vor möglichen Konsequenzen der Aufstellung von vier Relaisstationen auf seinem Territorium, die von Russland genutzt werden. Selenskyj gab der belarussischen Führung eine Woche Zeit für den Abbau der Ausrüstung und erklärte, dass die Ukraine andernfalls selbst die notwendigen Maßnahmen ergreifen könnte.

Reaktion der internationalen Gemeinschaft und der Opposition

Die Position Kiews wurde von der Europäischen Kommission unterstützt. In Brüssel wurde das Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung als Reaktion auf die Handlungen Minsks betont und darauf hingewiesen, dass Belarus weiterhin die russische Aggression fördert.

Dennoch bleibt die Situation angespannt. Vertreter der belarussischen Opposition haben der Ukraine Daten übermittelt, wonach Minsk sich möglicherweise auf eine schrittweise Einbindung in den Krieg vorbereitet. Zu den besorgniserregenden Anzeichen zählen Experten die Erweiterung des militärischen Potenzials und die Umorientierung der Volkswirtschaft des Landes auf militärische Bedürfnisse.