Im Informationsraum ist ein neuer Beweis für eine aggressive Desinformationskampagne aufgetaucht. Die russische Propaganda hat ein gefälschtes Video ins Netz gestellt, in dem behauptet wird, Einheiten der Territorialverteidigung (TrO) seien am Liman-Sektor vollständig aufgerieben worden. Hinter der „realistischen' Inszenierung verbirgt sich jedoch eine grobe Fälschung, die mit modernen Technologien erstellt wurde.
Täuschungstechnologien: Deepfake und Sprachsynthese
Laut dem Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation (ZPID) verbreitet sich im Internet ein Video, in dem ein Mann in Uniform als Soldat der 120. separaten Brigade der TrO dargestellt wird. Auf der Aufnahme berichtet er angeblich von einer katastrophalen Lage und behauptet, das Kommando sei geflohen und habe die Truppen ihrem Schicksal überlassen.
Ein detaillierter Analyse des Materials widerlegt diese Behauptungen jedoch. Experten haben festgestellt, dass das Gesicht des Sprechers mit Deepfake-Technologie verändert wurde und seine Stimme vollständig roboterhaft und künstlich generiert ist. Das bedeutet, dass kein echter Soldat ein solches Interview gegeben hat.
Wiederkehrendes Szenario und Quelle der Desinformation
Die Organisatoren dieser Kampagne handeln nach einem ausgetüftelten Szenario. Die ursprüngliche Quelle des Einwurfs war ein Konto, das kürzlich bereits einen anderen Fake verbreitet hatte – diesmal über den angeblichen Zusammenbruch der Logistik in der 57. separaten mechanisierten Brigade.
Das Ziel dieser systematischen Informationsoperationen ist offensichtlich: Panik in der ukrainischen Gesellschaft zu säen und die Illusion eines Frontkollapses zu erzeugen. Der Feind tarnt seine Erfindungen als „Appelle ukrainischer Soldaten', um die Glaubwürdigkeit der Lüge maximal zu verstärken.
„Ziel solcher systematischer Informationsoperationen ist die Demoralisierung der ukrainischen Gesellschaft und die Untergrabung des Vertrauens in das Kommando der Verteidigungskräfte', so das ZPID.
Kontext des Informationskriegs
Die russische Propaganda greift regelmäßig auf die Erfindung von Vorwänden für Informationsdruck zurück. Dies ist kein Einzelfall. Im Mai verbreiteten russische Quellen aktiv Desinformationen über den angeblichen Verlust der Kontrolle über die Grenzregion durch die Ukraine. Damals behauptete Moskau den „Eroberung von Obilne' in der Region Sumy, doch ukrainische Militärs widerlegten diesen Fake umgehend und erklärten die tatsächliche Lage vor Ort.
Neben den Erfindungen über „Erfolge' auf dem Schlachtfeld organisiert der Kreml großangelegte internationale Provokationen. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine hat bereits auf Einwürfe über einen angeblichen „Anschlag auf einen Schulbus mit Kindern' in der Region Brjansk reagiert und die Behauptungen Russlands als Versuch bezeichnet, Belarus künstlich in den Krieg hineinzuziehen.
Realität gegen Propaganda
Während Informationskriege auf dem digitalen Feld geführt werden, setzen die Besatzer weiterhin Druck auf die Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten aus. Zuvor wurde bekannt, wie Russland die „letzten Schultage' in eine Falle für Schulabgänger auf besetztem Gebiet verwandelte.
Im Gegensatz zu diesen Aktionen handeln die Verteidigungskräfte der Ukraine vorausschauend. Insbesondere wird rund um Odessa zur Verteidigung der südlichen Regionen eine Ringverteidigung errichtet, deren Ziel die Militärs zuvor detailliert erklärt haben. Die tatsächlichen Aktionen an der Front und im Hinterland zeigen, dass die ukrainischen Streitkräfte trotz der Versuche des Feindes, den Rhythmus zu stören und die Gesellschaft zu demoralisieren, weiterhin selbstbewusst ihre Aufgaben erfüllen.