Amerikanische Forscher haben einen direkten Zusammenhang zwischen dem Betrieb russischer Weltraumfahrzeuge und einer Reihe rätselhafter Störungen im GPS-Navigationssystem festgestellt. Seit 2019 werden derartige Vorfälle regelmäßig in Europa und Nordamerika registriert, was eine Bedrohung für die Stabilität kritischer Infrastrukturen darstellt.
Laut dem „Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation“ wurden von 75 festgestellten Fällen vorübergehender GPS-Signalstörungen mindestens drei durch Emissionen von Satelliten des russischen Systems zur Frühwarnung vor Raketenangriffen verursacht. Alle diese Vorfälle zeichneten sich durch einen identischen Signaltyp aus und ereigneten sich hauptsächlich über dem europäischen Kontinent.
Technologien mit doppeltem Verwendungszweck
Im Fokus stehen Satelliten des Gemeinsamen Weltraumsystems (GKS). Diese Fahrzeuge werden auf eine spezifische „Molnija“-Umlaufbahn gebracht und sind offiziell für die Erkennung von Starts ballistischer Raketen und die Registrierung von Kernexplosionen bestimmt. Experten haben jedoch herausgefunden, dass ihre technischen Spezifikationen die Erzeugung von Störungen im zivilen Frequenzbereich ermöglichen.
Die von diesen Fahrzeugen erzeugten Störungen wirken sich unmittelbar auf den Betrieb eines breiten Spektrums von Technologien aus, die die Zivilbevölkerung täglich nutzt. Betroffen sind:
- Navigationsdienste und Karten-Apps;
- Logistiksysteme zur Steuerung von Güterströmen;
- Mobile Apps mit Geolokalisierungsfunktion;
- Präzise Zeitsysteme zur Synchronisation von Netzwerken.
Das „Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation“ stellte fest, dass Russland weiterhin Instrumente hybrider Einflussnahme gegen westliche Länder einsetzt. Dieses Arsenal umfasst nicht nur Cyberangriffe und Sabotageakte, sondern auch direkte Eingriffe in den Betrieb von Navigations- und Kommunikationssystemen.
Risiko für die Luftfahrt und Politiker
Das Problem mit GPS-Signalstörungen in Europa ist systemischer Natur. Zuvor wurde berichtet, dass Flugzeuge, auf denen sich Top-Politiker befanden, von Störsendern betroffen waren. Ein prominenter Fall ereignete sich mit einem Flugzeug, auf dem die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, reiste.
Bereits im vergangenen Jahr hat die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) Russland und Nordkorea offiziell für das Abfangen von GPS-Signalen im europäischen Luftraum verantwortlich gemacht. Dies bestätigt, dass das Problem über technische Beanstandungen hinausgeht und zu einer Frage der internationalen Sicherheit wird.
Gegenwärtig führt die Europäische Union eine eigene Untersuchung der Vorfälle durch. Beamte in Brüssel arbeiten an der Verbesserung von Systemen zur Erkennung und Lokalisierung solcher Störungen, um die Schäden durch russische Satelliten zu minimieren.