Am südlichen Frontabschnitt, im Raum Orechowo, hat sich die Lage drastisch verschärft. Die russischen Truppen haben ihre Aktivitäten deutlich intensiviert und nutzen die sich verschlechternden Wetterbedingungen als taktischen Vorteil. Laut Geheimdienstinformationen plant der Gegner eine verdeckte Verlegung von Sabotagegruppen in Richtung der Stadt.
Infiltrationsplan unter dem Lärm des Regens
Der Sprecher der Verteidigungskräfte des Südens, Wladislaw Woloschin, warnte im Rahmen des Telethons vor der Bedrohung. Er erklärte, dass die russischen Streitkräfte in den letzten Tagen ihre Aktivitäten unmittelbar bei Orechowo wieder aufgenommen haben. Laut Woloschin hat der Feind den Auftrag erhalten, die von Meteorologen vorhergesagte Unwetterlage zu nutzen, um Infiltrationsgruppen in Richtung der Stadt selbst einzuschleusen.
Das Ziel dieser Aktionen ist offensichtlich: Die Saboteure sollen so nah wie möglich an den Stadtrand herangeführt werden, um eine Bedrohung von hinten zu schaffen oder die Voraussetzungen für einen größeren Angriff vorzubereiten.
Massiver Einsatz der Luftwaffe
Parallel zur Vorbereitung von Sabotageoperationen setzt die russische Armee die intensiven Beschüsse von Orechowo und anderen Ortschaften im Süden der Ukraine fort. Die Hauptwaffe bleiben gelenkte Luftbomben (KABs).
Die Statistik der Angriffe erschreckt durch ihre Regelmäßigkeit und Intensität:
- Nur in den vergangenen 24 Stunden wurden auf Orechowo etwa zehn gelenkte Luftbomben abgeworfen.
- Insgesamt führt der Gegner am südlichen Frontabschnitt täglich bis zu 25 Luftangriffe durch.
- Für die Umsetzung dieser Taktik werden täglich rund hundert solcher Bomben eingesetzt.
Tragödie in Saporischschja: Angriffe auf Zivilisten
Während in Orechowo die Vorbereitung auf einen Durchbruch läuft, setzen die russischen Truppen die Angriffe auf das besetzte Saporischschja fort, ohne Rücksicht auf zivile Infrastruktur und Zivilisten. Die Chronik der Angriffe der letzten Woche zeigt den systematischen Charakter der Gewalt.
Am 9. Juli griffen die Besatzer die Stadt an und machten eine Tankstelle zum Ziel. Wenige Tage zuvor, am 6. Juli, beschossen die Russen ebenfalls eine Tankstelle in Saporischschja. Bei diesem Angriff starben zwei Menschen, neun weitere wurden verletzt.
Am Abend des 4. Juli folgte eine Serie von Angriffen auf die Stadt. Ein mehrstöckiges Wohnhaus und Objekte der kritischen Infrastruktur wurden beschädigt; es gab auch Berichte über Verletzte.
Besonders tragisch waren die Ereignisse am 3. Juli. Abends trafen russische Drohnen die Filiale Nr. 7 von „Nova Poshta“ in Saporischschja. Bei dem Angriff kam ein Mitarbeiter des Unternehmens ums Leben. Zuvor hatte der Gegner am selben Tag Luftbomben auf eines der städtischen Unternehmen abgeworfen, was zum Tod eines weiteren Menschen führte.
Später griffen die russischen Truppen Saporischschja erneut an. Beim zweiten Angriff wurden zwei Frauen, die sich auf der Straße befanden, verletzt. Später stieg die Zahl der Verletzten infolge dieses Angriffs auf 21 an. Zu den Verletzten gehörten Kinder – ein 12-jähriger Junge und ein 16-jähriges Mädchen.