---
title: "Schattenflotte in der Sackgasse: Wie ukrainische Angriffe auf Raffinerien den russischen Ölexport gelähmt haben"
description: "Russischer Ölexport in der Sackgasse: Tanker liegen im Hafen fest, während die Einnahmen um hunderte Millionen Dollar sinken. Ukrainische Angriffe auf Raffinerien haben die Verarbeitung auf den niedrigsten Stand seit 21 Jahren gedrückt und einen Treibstoffmangel für die russische Armee ausgelöst. 🛢️📉"
date: 2026-07-15T02:34:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/russischer-oelexport-in-der-sackgasse-ukrainische-angriffe-auf-raffinerien-de
tags: [russia, ukraine, oil-industry, shadow-fleet, npp]
publisher: "XAB.info"
---

# Schattenflotte in der Sackgasse: Wie ukrainische Angriffe auf Raffinerien den russischen Ölexport gelähmt haben

![Arbeiter an einer russischen Ölbohranlage — Symbol des gelähmten Exports durch ukrainische Angriffe auf Raffinerien](https://xab.info/media/2026/07/15/rossiyskiy-neftyanoy-eksport-v-tupike-ukrainskie-udary-po-npz/rossiyskiy-neftyanoy-eksport-v-tupike-ukrainskie-udary-po-npz-1.webp)

Die russische Energiepolitik steht vor einem beispiellosen Krisenmoment. Anstatt des erwarteten Anstiegs der Exporteinnahmen sieht sich Moskau mit einer paradoxen Situation konfrontiert: Die Liefermengen von Rohöl erreichen historische Höchststände, doch die Einnahmen fließen nicht mehr in vollem Umfang in die Staatskasse. Der Grund liegt in einer kritischen Diskrepanz zwischen Förderung und Verarbeitung, verursacht durch erfolgreiche Angriffe ukrainischer Drohnen auf die Infrastruktur der Ölraffinerien.

### Exportboom und Verarbeitungskrise

Die Statistik der letzten Wochen zeigt eine besorgniserregende Tendenz. In den vier Wochen bis zum 12. Juli belief sich die durchschnittliche Menge der Seelieferungen von russischem Rohöl auf 4,21 Millionen Barrel pro Tag. Das ist nur 10.000 Barrel weniger als der höchste Wert seit Beginn der Invasion. Russland ist gezwungen, Rohöl auf den Weltmarkt zu werfen, da die inländische Verarbeitung die Mengen nicht bewältigen kann.

Die Situation im Land hat einen kritischen Punkt erreicht. Aufgrund massiver Angriffe auf Schlüsselobjekte, darunter „Gazprom Neftekhim Salawat' und die Raffinerie Afipsk, sanken die Ölraffinationsmengen im Juli auf den niedrigsten Stand seit mehr als 21 Jahren. Der Kraftstoffmangel wurde so gravierend, dass der Kreml gezwungen war, die offiziellen Statistiken zu verschleiern. Selbst Wladimir Putin gab das Vorhandensein „bestimmter Probleme mit Mineralölerzeugnissen' zu, obwohl er versicherte, die Situation stabilisieren zu können.

### Tanker-Stau: Öl wartet auf Käufer

Der Anstieg der Exporte bedeutet nicht den schnellen Verkauf des Rohstoffs. Im Gegenteil: In den Gewässern der Weltmeere bildet sich ein riesiger Vorrat an russischem Öl, der im Wartestand feststeckt. Die Gesamtmenge des russischen Öls auf See ist auf etwa 135 Millionen Barrel gestiegen. Die Tanker liegen still und warten entweder auf Käufer oder auf die Möglichkeit des Umladens.

Besonders angespannt ist die Lage in den Schlüsselknotenpunkten der „Schattenflotte':

- Beim ägyptischen Hafen Marsa el-Hamra liegen fünf Tanker mit Öl der Marke Urals vor Anker.

- Weitere fünf Schiffe warten vor dem Riau-Archipel in der Nähe von Singapur – einer der Hauptumladeregionen für russisches Öl zur Umgehung der Sanktionen.

- Partien von Sokol-, Sakhalin Blend- und ESPO-Öl aus dem Fernen Osten können mehrere Wochen auf das Umladen warten.

Ein Teil der Tanker wird ohne Angabe eines Bestimmungshafens ausgesandt, was auf die Suche nach neuen Käufern und die Instabilität der logistischen Ketten hindeutet.

### Wirtschaftlicher Schlag und militärische Folgen

Die finanziellen Verluste Russlands werden spürbar. Nach dem vierwöchigen Durchschnitt belief sich der Bruttowert des Ölexports bis zum 12. Juli auf 1,68 Milliarden Dollar pro Woche – etwa 200 Millionen weniger als in der Woche zuvor. Der Rückgang der Einnahmen ist vor allem auf den fallenden Ölpreis und die Notwendigkeit zurückzuführen, das Rohöl aufgrund von Verzögerungen mit einem Abschlag zu verkaufen.

Gleichzeitig bleiben die Lieferungen in asiatische Länder hoch – in den vier Wochen bis zum 12. Juli stiegen sie auf 4 Millionen Barrel pro Tag, was der höchste Wert seit Beginn des Krieges ist. Dies maskiert jedoch nur die tieferliegenden Probleme: Russland fördert weniger, als es im Rahmen von OPEC+ vereinbart hat (im Juni 8,93 Millionen Barrel pro Tag), kann das Geförderte aber nicht verarbeiten.

### Auswirkungen auf die Front und Logistik

Der Kraftstoffmangel trifft nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die militärischen Fähigkeiten. Laut Angaben der Widerstandsbewegung „ATESH' hat das russische Kommando im Süden der Ukraine aufgrund von Kraftstoffmangel bereits die Betankung mobiler Feuergruppen und Luftabwehreinheiten eingeschränkt. Die Benzinproduktion in Russland deckt derzeit nur etwa 65 % des saisonbedingten Bedarfs, gerade wegen der Angriffe ukrainischer Drohnen auf die größten Raffinerien des Landes.

So zeigt die ukrainische Strategie der Angriffe auf die Hinterlandinfrastruktur eine doppelte Wirkung: Sie untergräbt die wirtschaftliche Basis des Krieges, indem sie dem Budget die Öldollar entzieht, und schränkt gleichzeitig direkt die Mobilität der russischen Armee auf dem Schlachtfeld ein.