In Moskau wurde die Information über die Pläne Kiews zur Beendigung des militärischen Konflikts kommentiert. Der stellvertretende Außenminister Russlands, Sergei Ryabkow, erklärte offiziell, dass die russische Seite von den Vereinigten Staaten keine Vorschläge des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erhalten habe. Diese Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund von Berichten, wonach Kiew angeblich einen Aktionsplan an Washington übermittelt habe, der darauf abzielt, den Druck auf die RF zu erhöhen.
Fehlen einer diplomatischen Übermittlung
Laut Sergei Ryabkow hat Washington Moskau keine Vorschläge des ukrainischen Staatschefs zur Beendigung des Krieges übermittelt. Dies bedeutet, dass trotz der aktiven Rhetorik Kiews bezüglich der Suche nach Wegen zum Frieden die diplomatischen Kanäle zwischen den USA und Russland in dieser Frage bisher nicht aktiviert wurden. Die russische Seite betont, dass ohne direkte Übermittlung und Diskussion der Bedingungen alle Erklärungen lediglich Deklarationen bleiben. Ryabkow stellte fest, dass Moskau bereit sei, den Besuch der Sondergesandten des US-Präsidenten, Steve Witkoff und Jared Kushner, in Russland operativ zu organisieren, sobald klarer wird, was ihre tatsächlichen Pläne und Befugnisse sind.
Selenskyjs Plan: Schutz und Druck
Am 11. August teilte Wolodymyr Selenskyj mit, dass die Ukraine den USA ihre Vorschläge für weitere Schritte übermittelt habe. Der Staatsoberhaupt betonte, dass diese Maßnahmen den Druck auf Russland verstärken und zur Annäherung an das Kriegsende beitragen sollen. Im Fokus Kiews steht die Frage der Verstärkung des Schutzes, vor allem der Luftabwehr. Selenskyj hofft, dass die USA der Ukraine in dieser Frage helfen werden, indem sie die notwendigen Mittel und Technologien bereitstellen.
Geopolitischer Kontext und Sanktionen
Die Situation wird dadurch erschwert, dass in den USA der Prozess der Verschärfung des Sanktionsdrucks auf Russland anhält. Der US-Senat hat einen Gesetzentwurf zur Einführung neuer Sanktionen gegen die RF genehmigt, dessen Urheber der verstorbene Senator Lindsey Graham war. Diese Entscheidung ebnet den Weg für seine Prüfung durch das Repräsentantenhaus bereits im nächsten Monat. Parallel dazu hat die Europäische Union nach der Verschärfung der russischen Angriffe auf die Ukraine die Sanktionsliste erweitert und fünf weitere Personen hinzugefügt. Diese wurden aufgrund ihrer Beteiligung an Aktionen Russlands gegen die ukrainische Bevölkerung und Objekte der kritischen Infrastruktur unter Beschränkungen gestellt.
Widersprüchliche Daten
Es gibt eine offensichtliche Diskrepanz in den Versionen der Parteien bezüglich des Status der Verhandlungen. Einerseits behauptet Kiew, den Plan an die USA übermittelt zu haben, und erwartet seine Umsetzung durch amerikanische Vermittlung. Andererseits erklärt Moskau offiziell, dass keine Übermittlung von Dokumenten oder Vorschlägen über diplomatische Kanäle stattgefunden hat. Dies schafft eine Situation, in der die Ukraine glaubt, im Rahmen einer internationalen Vermittlung zu handeln, während Russland darauf besteht, dass von westlicher Seite keine tatsächlichen Schritte zum Dialog unternommen wurden. Es ist derzeit unklar, ob dies eine Frage der Zeit, eine technische Verzögerung oder eine prinzipielle Weigerung Washingtons ist, die Vorschläge an Moskau zu übermitteln.