Die Ukraine fordert die Vereinigten Staaten von Amerika offiziell auf, harte restriktive Maßnahmen gegen russische Unternehmen und Einzelpersonen zu verhängen, die an der Entwicklung und dem Aufbau des Satellitensystems „Rasswet“ beteiligt sind. Dieses Projekt wird von Moskau offen als souveränes heimisches Pendant zum globalen Starlink-Netzwerk positioniert. Nach Angaben der ukrainischen Seite drohen bei einem Zögern mit präventiven Sanktionen schwerwiegende Folgen auf dem Kriegsschauplatz.

Bedrohung durch die Satellitenkonstellation und Zeitplan

Der ukrainische Geschäftsträger in den USA, Denys Senyk, betonte in jüngsten Erklärungen, dass die russische Seite maximale Anstrengungen unternimmt, um den Ausbau der orbitalen „Rasswet“-Konstellation zu beschleunigen. Den aktuellen offiziellen Plänen der Entwickler zufolge ist der vollständige Start und die Inbetriebnahme des Systems für das Jahr 2027 geplant. Ukrainische Diplomaten und Branchenexperten befürchten jedoch, dass Zwischenphasen des Aufbaus bereits viel früher den Bedürfnissen des russischen Militärs dienen und kritische Sicherheitsrisiken für die Ukraine schaffen könnten.

Position der Entwickler und Projektumfang

Nach Angaben der Leitung der Firma „X Holding“, die dieses ambitionierte Technologieprojekt leitet, wurden die ersten 16 erdnahen Satelliten bereits im März erfolgreich in die Erdumlaufbahn gebracht. Langfristig planen die Entwickler, die Konstellation in den kommenden Jahren auf 900 Satelliten zu skalieren. Zum Vergleich: Das globale Starlink-Netzwerk von SpaceX betreibt eine Orbitalkonstellation von über 10.000 aktiven Geräten, während die offizielle Nutzung ausländischer Satelliteninternet-Terminals in der Russischen Föderation gesetzlich streng verboten ist.

Mögliche Folgen und Sanktionserwartungen

Nach Ansicht der ukrainischen diplomatischen Vertretung in Washington wird es Moskau, falls relevante russische Strukturen und die damit verbundenen Lieferketten für Komponenten nicht unter US-Sanktionen fallen, ermöglicht, ein Programm zu verwirklichen, das das Kräfteverhältnis grundlegend verändern kann. Bereits Ende dieses Jahres könnte das System potenziell zur Echtzeit-Präzisionslenkung von Waffen auf ukrainische Ziele eingesetzt werden. Die Botschaft beabsichtigt, Washington in naher Zukunft eine detaillierte Liste der am Projekt beteiligten Unternehmen und Personen zu übergeben.