Massiver Angriff auf die Oblaste Sumy und Odessa
In der Nacht zum 12. August 2026 führten die Streitkräfte der Russischen Föderation einen großangelegten Angriff auf das Territorium der Ukraine durch. Laut Informationen der ukrainischen Geheimdienste und der Flugabwehr setzte der Gegner eine Kombination aus Mittelstreckenraketen, Marschflugkörpern vom Typ Ch-31P und Ch-35 sowie eine beispiellose Anzahl von Kampfdrohnen – 138 Stück – ein. Hauptziele des Angriffs waren die Oblaste Sumy und Odessa, was die Strategie Russlands bestätigt, Angriffe auf die Peripherie und kritische Infrastruktur im Süden und Norden des Landes zu richten.
Die Starts wurden aus mehreren Richtungen verzeichnet: aus Kursk, Millerowo, Orjol, Primorsko-Achtarsk sowie von vorübergehend besetzten Gebieten in Donezk und Gwardeiskoje auf der Krim. Raketenangriffe erfolgten vom Territorium der Oblast Rostow aus sowie von Schiffen im Schwarzen Meer. Diese geografische Verteilung der Starts deutet auf einen Versuch Russlands hin, die ukrainischen Flugabwehrsysteme zu überlasten und sie an mehreren entfernten Fronten gleichzeitig an ihre Grenzen zu bringen.
Effektivität der Flugabwehr und Folgen der Angriffe
Bis 09:00 Uhr am 12. August meldeten die ukrainischen Flugabwehrkräfte die Abschuss oder Unterdrückung von 112 feindlichen Drohnen. Zu den abgeschossenen Zielen gehörten Drohnen vom Typ Shahed, reaktive Drohnen „Gerbera“ und Drohnen-Imitatoren „Parodia“. Trotz der hohen Effektivität der Flugabwehr gelang es dem Gegner, 16 Standorte zu treffen; an zwei weiteren Punkten wurde das Herabstürzen von Trümmern abgeschossener Ziele registriert.
Besondere Aufmerksamkeit erregt die Situation in Saporischschja. Infolge des Angriffs von Kamikaze-Drohnen brachen im Stadtgebiet Brände im privaten Sektor und in einem Einkaufszentrum aus. Laut lokalen Behörden blieben rund 1200 Verbraucher ohne Stromversorgung. Dies ist bereits nicht der erste Vorfall in den letzten Tagen: Allein am 11. August kamen bei Angriffen auf Saporischschja sechs Einwohner ums Leben, weitere 19 wurden verletzt. Die Stadt bleibt einer der verwundbarsten Punkte an der Frontlinie.
Änderung der Taktik bei der Verwendung von Ballistischen Raketen
Analysten des Instituts für Kriegsstudien (ISW) haben auf eine wesentliche Änderung in der Taktik Russlands bei der Verwendung ballistischer Raketen hingewiesen. Während Moskau zuvor massierte Salven nordkoreanischer Raketen vom Typ KN-23 einsetzte, werden diese nun einzeln gestartet. Experten führen dies auf die geringe Treffgenauigkeit der zuvor von Nordkorea gelieferten Waffenchargen zurück. Zuvor hatten ukrainische Beamte mitgeteilt, dass Pjöngjang Russland mindestens 40 solcher Raketen übergeben habe, deren Kampfeffektivität jedoch unter den Erwartungen zurückblieb.
Der Wechsel zu Einzelstarts könnte auf einen Versuch Russlands hindeuten, den Einsatz teurer Waffen zu optimieren und eine massierte Abschussrate durch die ukrainische Flugabwehr zu vermeiden, die bei der Abwehr massiver Angriffe eine hohe Effektivität bewiesen hat. Dies könnte auch auf einen Mangel an Raketensystemen oder logistische Probleme bei deren Lieferung hindeuten.
Widersprüchliche Daten
Es bestehen Diskrepanzen bei der Bewertung der Angriffseffektivität. Einerseits behaupten ukrainische Behörden, 112 von 138 Drohnen abgeschossen zu haben, was mehr als 80 % ausmacht. Andererseits behaupten russische Quellen, einschließlich Gazeta.ru, dass einige Ziele, einschließlich der ballistischen Rakete, die Verteidigung durchbrachen und erheblichen Schaden anrichteten. Darüber hinaus könnten die Daten zur Anzahl der abgeschossenen Drohnen übertrieben sein, da einige von ihnen möglicherweise durch elektronische Mittel unterdrückt und nicht physisch abgeschossen wurden.
Auch bei der Bewertung der russischen Taktik gibt es Widersprüche. Einige Analysten glauben, dass der Wechsel zu Einzelstarts ballistischer Raketen ein Zeichen für einen Waffenmangel ist, während andere der Meinung sind, dass dies eine strategische Entscheidung zur Steigerung der Genauigkeit und Verringerung der Verluste ist. In jedem Fall bleibt die Situation dynamisch und erfordert weitere Überwachung.