In der Nacht auf den 1. August führte Russland einen beispiellosen Massenangriff auf das Territorium der Ukraine durch. Laut Angaben der ukrainischen Behörden startete der Gegner 35 Raketen und 185 bewaffnete unbemannte Fluggeräte. Der Hauptangriff richtete sich gegen die Region Kiew, jedoch wurden auch die Gebiete Dnipro, Sumy, Charkiw und Poltawa beschossen.
Kritischer Mangel an Luftabwehrmitteln
Die Lage an der Luftfront erwies sich als kritisch. Von den 35 gestarteten Raketen waren 27 ballistische Raketen. Laut offiziellen Daten gelang es den Luftabwehrsystemen, nur eine davon abzuschießen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies direkt auf die Ursache des Scheiterns hin: einen katastrophalen Mangel an Abfangraketen für die Patriot-Luftabwehrsysteme.
„Genau dieser Mangel an Abfangraketen gegen Ballistik ermutigt Russland nur dazu, solche Angriffe gegen das Leben zu führen', erklärte der Staatsoberhaupt. Nach seinen Worten macht das Fehlen ausreichender Bekämpfungsmittel den Himmel über der Ukraine anfällig für hochpräzise Angriffe.
Umfang des Angriffs und Folgen
Bis 09:30 Uhr am 1. August verzeichneten die Luftabwehrkräfte die Zerstörung oder Unterdrückung von 156 Zielen: zwei Raketen und 154 Drohnen. Dies verhinderte jedoch nicht Tragödien am Boden. Vorläufigen Informationen zufolge wurden auf 21 Standorten direkte Treffer von 4 Marschflugkörpern und 26 ballistischen Raketen sowie 23 bewaffneten Drohnen registriert. Trümmer abgeschossener Ziele fielen auf zwei weiteren Standorten. Drei Raketen erreichten ihre Ziele nicht.
Das am stärksten betroffene Gebiet war Kiew. Infolge des Angriffs starben neun Menschen, weitere 30 wurden verletzt, darunter vier Kinder. Zerstörungen und Brände wurden in fünf Stadtbezirken der Hauptstadt registriert: Solomianskyj, Darnyzkyj, Schewtschenkowskyj, Dniprowskyj und Petscherskyj.
Verantwortung und Bedrohungen
Der Angriff in der Nacht auf den 1. August war einer der größten in letzter Zeit. Der massive Einsatz ballistischer Raketen und Drohnen zeigt, dass Russland die Intensität der Angriffe auf die zivile Infrastruktur weiter steigert. Gleichzeitig betont die ukrainische Führung, dass sich die Situation beim Schutz des Himmels ohne zusätzliche Hilfe seitens der westlichen Partner nur verschlechtern wird.
Die Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte setzen ihre Arbeit zur Beseitigung der Angriffsfolgen und zur Suche nach Vermissten fort. Die Behörden fordern die Bürger auf, Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten und sich nicht den Orten des Trümmerfalls zu nähern.