Das britische Aussenministerium hat eine offizielle Erklärung abgegeben, wonach die Russische Föderation aktiv versucht, eine gefährliche neue Schattenflotte aufzubauen. Nach Angaben Londons zielt diese Initiative darauf ab, die von westlichen Staaten verhängten internationalen Sanktionen zu umgehen und die Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine durch Einnahmen aus Energieexporten aufrechtzuerhalten.

Arktische Ambitionen und neue Tanker

Im Rahmen ihrer Strategie zur Umgehung des Embargos hat Russland mindestens zwei neue Grossschiffe mit einer Länge von jeweils rund 300 Metern gebaut, die für den Transport von Flüssigerdgas (LNG) durch die rauen Gewässer der Arktis bestimmt sind. Die britische Regierung betont, dass der Kreml zusätzliche Schiffe beschlagnahmt und einsetzt, um seine geheime Flotte zu stärken, die zunehmend ins Visier der NATO gerät und mit Beschlagnahmungen konfrontiert ist.

Sanktionsschlag aus London

Die offiziellen Erklärungen der britischen Behörden erfolgten vor dem Hintergrund eines neuen umfassenden Sanktionspakets. Die Beschränkungen richten sich gegen die neuen LNG-Tanker „Alexej Kossygin“ und „Konstantin Posjet“, die in diesem Jahr in Dienst gestellt wurden. Diese Schiffe mit einer Verdrängung von 127.555 Tonnen sind in der Lage, Eis mit einer Dicke von bis zu zwei Metern zu brechen, was es Moskau ermöglicht, in der Arktis und im Hohen Norden zu operieren. Darüber hinaus wurde die Sanktionsliste um das Schiff „Pjotr Stolypin“ sowie die Tanker „Portowy“, „Tschaivo“, „Awatscha“, „Bebek-E“ und „Galle Energy“ erweitert.

Ausmass der globalen Gegenmassnahmen

Experten weisen darauf hin, dass Moskaus Versuche, eine verdeckte Logistikinfrastruktur aufzubauen, auf eine harte Reaktion der westlichen Koalition stoßen. Stand Oktober 2026 hat die Europäische Union Sanktionen gegen rund 670 Schiffe verhängt und ihnen das Einlaufen in europäische Häfen untersagt. Großbritannien hat seinerseits Massnahmen gegen fast 600 Tanker ergriffen, die zur Finanzierung von Wladimir Putins Kriegsmaschine eingesetzt werden.