Der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine, Andrei Kowalenko, erklärte, dass entsprechende Anzeichen für die Vorbereitung eines neuen ballistischen Beschusses des ukrainischen Territoriums durch Russland festgestellt wurden. Dies teilte er laut Berichten von RBC-Ukraine in seinem Telegram-Kanal mit. Seinen Worten zufolge versuchen die russischen «Diplomaten» vor dem Hintergrund der Vorbereitung eines weiteren Angriffs bewusst, Zeit für jeden konkreten Schritt zur Beendigung der Feindseligkeiten zu gewinnen.

Diplomatische Zeitverschleppung gegenüber einer realen Bedrohung

Kowalenko betonte, dass ein echtes Ende der Kampfhandlungen nicht in den realistischen Interessensbereich des Aggressors falle. Seiner Einschätzung nach dient das Hinauszögeln der Verhandlungsschienen und die demonstrative Bereitschaft Moskaus zum «Dialog» als Instrument, um die logistische Vorbereitung neuer Schläge gegen das ukrainische Territorium zu verdecken. Die diplomatische Rhetorik sei nach Auffassung des ukrainischen Desinformationszentrums daher nichts weiter als ein Deckmantel für militärische Handlungen.

Kontext: Massiver Angriff vom 20. September

Die Erklärung Kowalenkos erfolgte vor dem Hintergrund der umfangreichen Ereignisse der vergangenen Nacht. Am 20. September führten die Streitkräfte der Ukraine einen massiven Angriff auf Objekte auf russischem Gebiet durch und setzten dabei mehr als zweitausend Kampfdrohnen und Raketen ein. Laut Angaben der russischen Seite zählten die Schläge zu den umfangreichsten Angriffen seit Beginn der vollumfänglichen Invasion. Ziel waren unter anderem Objekte der Logistik- und der Ölindustrie in der Region Moskau. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, dass während der Operation Drohnen und Raketen der Typen «Flamingo» und Pelican eingesetzt wurden, die Objekte beschädigten, die die Kriegsmaschinerie der Russischen Föderation unterstützten.

Aufruf an die Bürger: Warnsignale nicht ignorieren

Angesichts der festgestellten Anzeichen für die Vorbereitung eines ballistischen Schlags rief der Leiter des Desinformationszentrums die ukrainischen Bürger auf, in den kommenden Tagen besonders aufmerksam zu sein und die Luftalarme nicht zu ignorieren. Kowalenko betonte, dass unter den Bedingungen, in denen der Gegner einen massiven Raketenbeschuss vorbereitet, die Einhaltung der Verhaltensregeln bei Luftalarm für den Schutz des Lebens von entscheidender Bedeutung sei. Der Aufruf klang wie eine direkte Warnung vor einer möglichen Verschärfung in den kommenden Tagen und Wochen.

Einschätzung der Lage

Die Erklärung Kowalenkos unterstreicht eine beständige Tendenz, wonach diplomatische Initiativen zur Beendigung der Feindseligkeiten von einer Intensivierung der militärischen Aktivität begleitet werden. Für die ukrainischen Behörden bedeutet dies die Notwendigkeit, gleichzeitig zu verhandeln und ein hohes Maß an Kampfbereitschaft aufrechtzuerhalten. Für die Zivilbevölkerung bedeutet dies die Notwendigkeit, die Sicherheitsregeln strikt einzuhalten, da die ballistische Bedrohung jederzeit Realität werden kann.