In Moskau wurde die Bereitschaft bekundet, als Vermittler im langwierigen Konflikt zwischen Washington und Teheran aufzutreten. Der stellvertretende Außenminister Russlands, Alexander Alimow, erklärte, dass Russland bereit sei, eine Plattform für einen friedlichen Dialog bereitzustellen, betonte jedoch, dass es nicht beabsichtige, seine Dienste den Konfliktparteien aufzudrängen.
Das Angebot Moskaus
Die diplomatische Initiative zielte nicht nur auf die Beilegung der bilateralen Differenzen zwischen den USA und dem Iran ab, sondern auch auf die Glättung der Widersprüche zwischen Teheran und den arabischen Ländern am Persischen Golf. Alimow stellte fest, dass die russische Seite enge Kontakte zu allen am regionalen Geschehen interessierten Akteuren pflegt, einschließlich Islamabad, Riad und Ankara.
„Wir sind bereit, zur friedlichen Beilegung von Differenzen beizutragen... Wir würden gerne eine Plattform für den arabisch-iranischen Dialog bieten, haben aber keine Absicht, uns aufzudrängen', zitiert ein russisches Medienhaus den Diplomaten. Das russische Außenministerium merkte an, dass ihm die anhaltenden Bemühungen bekannt sind, die Parteien wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.
Das Scheitern der Waffenruhe und die Eskalation
Das Angebot Moskaus kam vor dem Hintergrund einer scharfen Eskalation der Spannungen. Stand 20. Juli, nach dem Scheitern der vorübergehenden Waffenruhe, begannen die USA eine neue Welle von Angriffen auf den Iran. Die Attacken gehen nun bereits die neunte Nacht hintereinander weiter. Washington begründete seinen Schritt als Reaktion auf die Handlungen Teherans im Hormus-Straße.
Ende des Vormonats griffen iranische Streitkräfte ein Frachtschiff unter singapurischer Flagge an. Ähnliche Vorfälle wiederholten sich, was eine harte Reaktion der amerikanischen Seite hervorrief. Infolgedessen erreichte die Instabilität in der strategisch wichtigen Meerenge kritische Werte.
Die Position des Iran und die Rolle Pakistans
Als Reaktion auf die Verschärfung der Lage erklärte das iranische Außenministerium, dass es die Einhaltung der Verpflichtungen aus dem Abkommen mit den USA, das einen Waffenstillstand vorsah, vorübergehend ausgesetzt habe. Die Aussichten auf eine Wiederaufnahme der Waffenruhe bleiben unklar.
Parallel zu den Hauptverhandlungen forderte Pakistan, das als Hauptvermittler in der Region fungiert, die Parteien auf, zu den Bedingungen des Juni-Memorandums zurückzukehren. Demnach sollten Teheran und Washington innerhalb von 60 Tagen eine endgültige Vereinbarung über die Beendigung des Krieges erzielen. Informationen über einen neuen Verhandlungsrunde in Islamabad liegen jedoch bisher nicht vor.