Die russische Armee steht vor einem kritischen Mangel an Munition für eines ihrer wichtigsten Luftabwehrsysteme – die S-300-Raketenabwehrsysteme. Nach Angaben des Geheimdienstes erschöpft Moskau die Vorräte dieser Raketen mit einer unbeständigen Geschwindigkeit, was die Fähigkeit Russlands, seine Objekte vor Luftangriffen zu schützen, erheblich schwächt.

Raketen für Bodenangriffe

Einer der Hauptgründe für die Verkleinerung der Arsenale ist die Änderung der Taktik bei der Anwendung von Waffen. Russische Kräfte wandeln die S-300-Luftabwehrraketen massenhaft um und nutzen sie als Boden-Boden-Raketen für Angriffe auf Ziele auf dem Territorium der Ukraine. Diese Entscheidung, die den Mangel an herkömmlicher Munition ausgleichen soll, führt dazu, dass die Luftabwehrsysteme ihre Hauptfunktionen verlieren.

Kostspielige Drohnen-Abfangmanöver

Die Situation wird durch den aktiven Einsatz neuer Drohnen mit großer Reichweite durch die Ukraine verschärft, insbesondere von Strahlmodellen. Das russische Kommando ist gezwungen, kostspielige Abfangraketen für die Abwehr von Angriffen relativ billiger Drohnen zu verwenden. Anstatt Raketenbedrohungen einzudämmen, werden die russischen Luftabwehrkräfte im Kampf gegen Drohnen verbraucht.

Jagd auf Luftabwehrsysteme

Die Ukraine führt auch eine gezielte Kampagne zur Zerstörung russischer Luftabwehrsysteme durch. In den letzten Monaten wurden eine beträchtliche Anzahl von Systemen in der Krim, in Lugansk und anderen besetzten Gebieten beschädigt oder außer Gefecht gesetzt. Wie der russische Militärexperte Rob Lee feststellte, stellt dies einen schweren Schlag gegen die Verteidigungsfähigkeiten des Gegners dar.

Sanktionen und Produktionsprobleme

Es ist für Russland äußerst schwierig, die Verluste sowjetischer S-300-Systeme zu ersetzen. Strenge westliche Sanktionen haben zu einem Mangel an kritischen importierten Komponenten geführt. Insbesondere gibt es Probleme bei der Lieferung von Lenkflugkörpern und Steuermodulen, die zuvor in China und Europa hergestellt wurden.

Wechsel der Prioritäten und neue Bedrohungen

Das Hauptnachrichtendienstamt des ukrainischen Verteidigungsministeriums stellt fest, dass Russland trotz der Probleme noch erhebliche Verteidigungskapazitäten besitzt. Die Strategie ändert sich jedoch: Moskau verlagert Ressourcen auf die Produktion von Raketen für modernere Systeme wie S-350, S-400 und „Pantsir-S1“.

Die Schwächung der Luftabwehr wurde durch die Ereignisse in der Nacht zum 14. Juni anschaulich demonstriert. Die ukrainischen Verteidigungskräfte führten einen massiven Drohnenangriff auf die tiefen Hinterlandgebiete Russlands durch. Strategische Objekte wurden getroffen, darunter ein Kommandostützpunkt in der Oblast Brjansk und Ölreserven in der Oblast Jaroslawl. Der Angriff auf das Öllager in Rybinsk war so großflächig, dass die Straße in Richtung Moskau gesperrt werden musste; zudem wurde ein chemisches Werk in der Oblast Tula getroffen, das Sprengstoff für die Armee herstellt.