In der Zone aktiver Kampfhandlungen in der Oblast Donezk entwickelt sich eine neue taktische Lage. Die Russische Föderation hat eine Forderung nach einer Kampfpause in Konstantinowka gestellt. Laut ukrainischen Militärquellen ist das Ziel dieser Initiative nicht die humanitäre Entlastung, sondern der Versuch, die entstandene Lage innerhalb der Stadt zu klären.

Konstantinowka als „Grauzone“

Alexander Anikoltschuk, Chef der Drohnensysteme der 40. separaten Brigade für Aufklärung und logistische Unterstützung (OBRLMP), kommentierte die aktuelle Situation im Rahmen eines TV-Marathons. Nach seinen Worten ist Konstantinowka derzeit zu einer großen „Grauzone“ geworden.

Der Experte erklärte, dass großstädtische Kämpfe eine Situation geschaffen haben, in der die Truppen der verfeindeten Seiten vermischt sind. Unter solchen Bedingungen ist eine sorgfältige Säuberung erforderlich, bei der jedes Haus, jeder Stockwerk und jeder Keller überprüft werden muss. Genau aus diesem Grund ist die russische Seite, nach Ansicht des ukrainischen Militärs, an einem Feuerstillstand von mindestens sechs Stunden interessiert. Diese Zeit benötigen sie, um zu verstehen, wo die tatsächliche Frontlinie verläuft und um die Positionen ihrer eigenen und fremden Einheiten zu bestimmen.

Vorwand für Verhandlungen

Die Initiative Moskaus zu einem vorübergehenden Feuerstillstand wurde bereits früher angekündigt. Am 4. Juli schlug das russische Verteidigungsministerium der Ukraine vor, die Beschuss von Konstantinowka am 6. Juli einzustellen. Der offizielle Grund dafür war der Wunsch, die Leichen gefallener Soldaten zu übergeben.

Dieser Schritt erfolgte jedoch vor dem Hintergrund lautstarker Erklärungen der russischen Führung. Einen Tag zuvor hatte Wladimir Putin behauptet, Konstantinowka sei vollständig erobert worden. Diese Aussage wurde am Morgen des 4. Juli vom Generalstab der Streitkräfte der Ukraine umgehend widerlegt. Darüber hinaus bestätigt die Überwachungskarte von DeepState die Informationen über die Kontrolle der Stadt durch die RF nicht.

Diplomatisches Sackgasse

Auf die Behauptung des „Eroberns“ der Stadt hin schlug der ukrainische Präsident Wladimir Selenskyj Wladimir Putin vor, ein Treffen direkt in Konstantinowka abzuhalten, um sich persönlich von der Realität der Geschehnisse zu überzeugen. Der Kreml lehnte dieses Angebot jedoch ab und bestand darauf, dass die Verhandlungen in Moskau stattfinden müssen.