Das russische Hochschulsystem durchläuft radikale Veränderungen und passt sich zunehmend den Erfordernissen des Militärs an. Laut dem Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation planen die russischen Behörden, ab dem 1. September 2026 einen obligatorischen Basiskurs zu unbemannten Systemen an allen Verkehrshochschulen des Landes einzuführen.
Umfang des neuen Programms
Die neue Bildungsinitiative wird 19 Fachhochschulen und 86 ihrer Filialen in verschiedenen Regionen Russlands betreffen. Experten schätzen, dass mindestens 150.000 Studierende an diesem Kurs teilnehmen werden. Werden auch die einschlägigen Fachhochschulen (Kollegs) einbezogen, wird die Gesamtzahl der Teilnehmer des Programms 250.000 Personen überschreiten.
Kritik von Experten
Das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation (ZBD) ist der Ansicht, dass die von den Studierenden erworbenen Fähigkeiten dazu genutzt werden, junge Menschen in Kampfhandlungen gegen die Ukraine einzubeziehen. Experten bezeichnen diese Schritte als Bestätigung dafür, dass die russischen Behörden kein Interesse an der Entwicklung des Humankapitals haben, sondern Bildung ausschließlich als Instrument zur Vorbereitung von Personalressourcen für das Militär betrachten.
„Der Staat braucht keine qualifizierten Fachkräfte, die zu kritischem Denken fähig sind. Das russische Bildungssystem funktioniert heute ausschließlich als Fließband, das Studierende in einen gehorsamen Personalpool und ‚Kanonenfutter‘ für den Krieg verwandelt“, so das ZBD.
Wechsel der Prioritäten an Hochschulen
Zuvor hatte das Zentrum über die Kürzung von zehntausenden Studienplätzen an russischen Hochschulen in den Geistes- und Sozialwissenschaften berichtet. Parallel dazu werden Bildungsvorteile für Teilnehmer an Kampfhandlungen und deren Familien ausgeweitet. Nach Ansicht von Analysten unterwirft der Kreml das Bildungssystem auf diese Weise zunehmend den Erfordernissen der Kriegsführung.