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title: "Getreidekollaps in Russland: Export bricht um das 2,5-Fache ein, Gewinn der Agrarkonzerne stürzt um 99 % ab"
description: "Der Getreideexport aus Russland ist im August wegen Störungen in der Hafenlogistik um das 2,5-Fache gesunken, und der Gewinn des größten Agrarkonzerns brach um 99 % ein. Der Kreml bereitet Subventionen vor, doch SWR-Analysten halten sie für unzureichend, um die Logistik wiederherzustellen."
date: 2026-09-06T22:34:04.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/russland-getreide-kollaps-export-einbruch
tags: [russia, grain-export, black-sea, baltic-ports, wheat-prices, logistics, agriculture, rostov-region]
publisher: "XAB.info"
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# Getreidekollaps in Russland: Export bricht um das 2,5-Fache ein, Gewinn der Agrarkonzerne stürzt um 99 % ab

![Getreide im offenen Laderaum eines Frachtschiffs vor der Skyline von Istanbul: Illustration des Einbruchs der russischen Getreideexporte](https://xab.info/media/2026/09/06/rossiya-zernovoy-kollaps-eksport-ruhnul/rossiya-zernovoy-kollaps-eksport-ruhnul-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Der Getreideexport aus Russland sank vom 1. bis 20. August um das 2,5-Fache auf 1,4 Millionen Tonnen; im September könnte der Weizen auf 1,8–2,3 Millionen Tonnen fallen – der niedrigste Wert seit 2010
- Die Preise für Weizen, Gerste, Sonnenblumen und Soja in Russland sind im Jahresvergleich um mehr als 40 % gesunken; der Gewinn von „Rosagro“ brach um 99 % ein
- Die Region Rostow rief am 28. August den Notstand aus; der Kreml bereitet Subventionen und günstige Kredite vor, doch der SWR hält sie für unzureichend
- Die Umleitung des Exports in die Ostsee erhöht die Kosten um 30–50 Dollar pro Tonne, und Lettland sowie Litauen erwägen eine vollständige Schließung ihrer Häfen für russisches Getreide

Die russische Getreidebranche steht vor einer systemischen Logistikkrise, die laut der Pressestelle des russischen Auslandsgeheimdienstes (SWR) zum Zusammenbruch des inländischen Agrarmarktes führt. Im Zeitraum vom 1. bis 20. August 2026 sank das Exportvolumen von Getreide um das 2,5-Fache – auf 1,4 Millionen Tonnen, der Weizenexport fiel um das 2,6-Fache. Prognosen zufolge könnte der Weizenexport im September um weitere 52,1–62,5 % auf 1,8–2,3 Millionen Tonnen abnehmen, was den niedrigsten Wert seit 2010 darstellen würde. Infografik: Auf dem Foto ist ein Getreideschiff (Bulkcarrier) vor der Skyline von Istanbul zu sehen, das die Abhängigkeit des Getreidetransits von den Schwarzmeer-Routen veranschaulicht.

### Exportkollaps: Zahlen und Prognosen

Die Hauptursache der Krise ist die Unterbrechung der Lieferkette in den südlichen Häfen, über die laut SWR bis zu 70 % des russischen Getreideexports abgewickelt wurden. Die Alternativrouten verfügen nicht über ausreichende Durchsatzkapazität, um den Verlust der Schwarzmeer-Richtungen auszugleichen. Die Umleitung der Fracht in die Ostsee, die von mehreren internationalen Medien bestätigt wurde, erhöht die Selbstkosten um bis zu 30–50 Dollar pro Tonne, was den Export wirtschaftlich weniger attraktiv macht und den Aufbau unverkäuflicher Bestände im Land beschleunigt.

### Druck auf den Binnenmarkt: Preise stürzen ab

Das Getreideüberangebot auf dem Binnenmarkt spiegelt sich bereits in den Preisen wider. Innerhalb einer Woche sanken die Preise für Weizen, Gerste, Sonnenblumen und Soja in Russland um 3,3–8,5 %, und im Jahresvergleich überstieg der Rückgang 40 %. Am stärksten von der Krise betroffen war einer der größten Agrarkonzerne des Landes – „Rosagro“, dessen Nettogewinn im ersten Halbjahr 2026 um 99 % einbrach: von 4,8 Milliarden Rubel auf 55,88 Millionen Rubel. Diese Daten, die im SWR-Bericht veröffentlicht wurden, sind von unabhängigen Finanzquellen noch nicht bestätigt worden, doch der Trend zur Margenkompression im Getreidesektor wird von Analysten seit mehreren Monaten beobachtet.

### Notstand in der Region Rostow und die Reaktion des Kremls

Die Region Rostow, auf die fast 10 % der russischen Ernte entfallen, rief am 28. August 2026 den Notstand wegen der Unmöglichkeit eines normalen Getreideexports aus. Als Reaktion bereitet der Kreml laut SWR ein Maßnahmenpaket vor: staatliche Ankäufe, günstige Kredite, Subventionen und Darlehen gegen unverkäufliche Ernte als Sicherheit. Außerdem werden die Abschaffung der Exportabgabe und die Erstattung der Transportkosten zu Alternativhäfen erwogen. Der Geheimdienst betont jedoch, dass diese Instrumente das strukturelle Problem nicht lösen: „Günstige Kredite schaffen keine Nachfrage, Subventionen erhöhen nicht die Durchsatzkapazität der Häfen, und billiges Geld ersetzt keine kaputte Logistik“.

### Ostsee-Sackgasse und die Gefahr weiterer Einschränkungen

Der Versuch, den Export in die Ostsee umzuleiten, über den Delfi und andere Medien berichten, stößt auf ein neues Hindernis: Laut Reuters und Deutsche Welle erwägen Lettland und Litauen, ihre Häfen vollständig für russisches Getreide zu schließen. Sollte diese Entscheidung umgesetzt werden, ist die Alternativroute, die ohnehin mit höheren Logistikkosten belastet ist, bedroht. Damit steht Russland vor einer doppelten Zange: Die Schwarzmeerhäfen funktionieren nicht mehr im bisherigen Modus, und die Ostsee-Häfen könnten durch einen politischen Beschluss der baltischen Staaten geschlossen werden.

### Widersprüchliche Daten

Auf der einen Seite zeichnet der SWR-Bericht ein Bild eines totalen Logistikversagens: Der Export ist eingebrochen, die Bestände wachsen, und die staatlichen Maßnahmen sind nicht in der Lage, den Kapazitätsverlust auszugleichen. Auf der anderen Seite bestätigen Daten von Delfi und anderen Quellen, dass die Umleitung eines Teils der Fracht in die Ostsee bereits stattfindet – es geht also nicht um einen vollständigen Stillstand, sondern um einen starken Effizienzrückgang. Darüber hinaus werden die konkreten Finanzkennzahlen (der 99-prozentige Gewinneinbruch von „Rosagro“, die genauen Exporttonnagen) ausschließlich in den SWR-Materialien über RBC-Ukraine genannt und von keiner zusätzlichen Quelle unabhängig verifiziert. Schließlich betont der SWR die „kaputte Logistik“ als Hauptfaktor, während die baltischen Medien den politischen Aspekt hervorheben – ein potenzielles Transitverbot, das einen teilweisen Krisenzustand in einen vollständigen verwandeln könnte.

### Globaler Kontext: Weizen auf Dreijahreshoch

Die Krise im russischen Getreideexport existiert nicht im luftleeren Raum. Gleichzeitig ist die Ukraine, deren Export ebenfalls unter Beschuss der Häfen im Schwarzen Meer leidet, gezwungen, dringende Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Logistikkanäle zu ergreifen. Vor dem Hintergrund der Unsicherheit um die beiden größten Schwarzmeer-Exporteure hat der weltweite Weizenpreis ein Dreijahreshoch erreicht. Dies erzeugt eine paradoxe Situation: Die Binnenmärkte Russlands und der Ukraines stehen unter Druck durch ein Überangebot an unverkäuflicher Produktion, während die globalen Kurse aufgrund des Angebotsrückgangs auf den Außenmärkten steigen.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Russland kann die neue Ernte nicht ausführen: Gewinn brach um 99 % ein](https://www.rbc.ua/ukr/news/rosiya-mozhe-vivezti-noviy-urozhay-pributok-1788732706.html) - Основной источник. Данные СВР: тоннажи экспорта, падение цен, ЧС в Ростовской области, прибыль Росагро. Конкретные цифры не верифицированы внешними источниками.
- [Lettland und Litauen könnten ihre Häfen für russisches Getreide schließen](https://www.dw.com/ru/latvia-i-litva-hotat-zapretit-rossijskij-eksport-zerna-cerez-svoi-porty/a-79047482) - Подтверждает угрозу закрытия балтийских портов, что усиливает логистический кризис, описанный в основном источнике.
- [Russland leitet den Getreideexport vom Schwarzen Meer in die Ostsee um](https://rus.delfi.lv/biznes/37448597/economy/120132548/rossiya-perenapravlyaet-eksport-zerna-iz-chernogo-morya-v-baltiyskoe) - Подтверждает факт перенаправления экспорта в Балтику, согласуется с данными СВР о 70% черноморского экспорта.
- [Reuters: Lettland und Litauen könnten Russland den Getreideexport über ihre Häfen verbieten](https://www.business-gazeta.ru/article/710554) - Reuters подтверждает намерения Прибалтики ограничить транзит российского зерна, дополняет картину логистического сжатия.

## ❓ FAQ

### Q: Warum kann Russland die neue Getreideernte nicht ausführen?
**A:** Laut SWR liefen bis zu 70 % des Getreideexports über die südlichen (Schwarzmeer-)Häfen, deren Logistik gestört ist. Die alternativen Ostsee-Routen verfügen nicht über ausreichende Durchsatzkapazität, und der Transport über sie erhöht die Selbstkosten um 30–50 Dollar pro Tonne.

### Q: Welche Maßnahmen bereitet der Kreml zur Lösung des Problems vor?
**A:** Vorbereitet werden staatliche Ankäufe, günstige Kredite, Subventionen und Darlehen gegen unverkäufliche Ernte als Sicherheit. Außerdem werden die Abschaffung der Exportabgabe und die Erstattung der Transportkosten zu Alternativhäfen erwogen. Der SWR hält diese Maßnahmen jedoch für unzureichend, um das strukturelle Logistikproblem zu lösen.

### Q: Was passiert mit den Getreidepreisen in Russland?
**A:** Innerhalb einer Woche sanken die Preise für Weizen, Gerste, Sonnenblumen und Soja um 3,3–8,5 %, und im Jahresvergleich überstieg der Rückgang 40 %. Gleichzeitig erreichte der weltweite Weizenpreis infolge des Angebotsrückgangs auf den Außenmärkten ein Dreijahreshoch.

### Q: Können Lettland und Litauen ihre Häfen vollständig für russisches Getreide schließen?
**A:** Laut Reuters und Deutsche Welle erwägen beide Staaten diese Möglichkeit. Sollte die Entscheidung fallen, ist die alternative Ostsee-Route, auf die Russland bereits einen Teil seines Exports umgeleitet hat, von einer vollständigen Schließung bedroht.