In der russischen Luftfahrtbranche reift eine ernste Krise heran. Erfolgreiche Angriffe der Streitkräfte der Ukraine auf russische Ölraffinerien haben zu einem kritischen Treibstoffmangel geführt. Infolgedessen ist der Aggressorstaat gezwungen, Wege zur Einfuhr von Flugzeugtreibstoff zu suchen und sich dabei an Partner in Nordasien zu wenden.

Importmechanismen über Zwischenhändler

Laut drei Quellen hat Russland bereits die Abnahme einer Charge Flugtreibstoff aus Japan vereinbart, wobei eine Kette von Handelsmaklern genutzt wird. Die Transaktion erscheint komplex und mehrstufig, um den endgültigen Empfänger der Ladung zu verschleiern.

Den Informationen von Gesprächspartnern des Mediums zufolge wird in der ersten Julihälfte mindestens eine Menge von 200.000 Barrel Flugtreibstoff vom japanischen Hafen Chiba verschifft. Allerdings wird die Ladung nicht direkt nach Russland transportiert. Zuerst wird sie nach Südkorea geliefert.

Wahrscheinlich wird der Treibstoff im südkoreanischen Hafen Yeosu auf ein anderes Tankschiff umgeladen, bevor er den letzten Abschnitt der Reise antritt. Der endgültige Bestimmungsort in Russland bleibt vorerst unbekannt. Solche Mechanismen der „Weiterleitung' von Gütern über Drittländer sind für Logistiker keine Neuigkeit.

Geschichte der Lieferungen und Exportstatistik

Das Schiffstracking-System Kpler hatte eine ähnliche Operation bereits im Februar 2022 registriert. Damals wurden 22.000 Barrel Flugtreibstoff von Yeosu nach Wladiwostok geliefert, was bestätigt, dass russische Logistiker ausgereifte Routen für den Import über Asien haben.

Gleichzeitig ist der Export eigener Flugtreibstoffreserven aus Russland in diesem Jahr drastisch gesunken. Laut Kpler liegt er derzeit bei etwa 13.000 Barrel pro Tag, wobei der Großteil dieses Volumens in die Türkei geht. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 exportierte Russland täglich etwa 30.000 Barrel dieses Treibstoffs.

Folgen für die zivile Luftfahrt

Der Treibstoffmangel trifft bereits den Betrieb russischer Fluggesellschaften. Insbesondere die Fluggesellschaft „Azimuth' leidet unter einem kritischen Mangel an Flugtreibstoff. Die Situation hat sich Anfang Juni verschärft, als die Preise für Flugzeugkerosin in Russland durchschnittlich um 17 % stiegen.

Einige große Flughäfen des Landes waren gezwungen, das Betanken von Flugzeugen einzuschränken. Dies ist eine direkte Folge der Zerstörung der Produktionskapazitäten der Ölraffineriebranche durch Angriffe der ukrainischen Streitkräfte. Die russische Luftfahrt, die früher als zuverlässiger Sektor galt, leidet nun unter einem Treibstoffkollaps, der durch die Aktionen der ukrainischen Armee verursacht wurde.