---
title: "Der Preis der Isolation: Wie China Russland zum Juniorpartner gemacht hat"
description: "Russland hat sich zum Juniorpartner Chinas entwickelt, verliert an Einfluss in Zentralasien und verkauft Ressourcen mit Rabatten. Experten verzeichnen einen Anstieg der Spionageaktivitäten und eine wirtschaftliche Abhängigkeit, die 2025 zu einem Rückgang des Handelsvolumens führte. 📉🇨🇳🇷🇺"
date: 2026-07-14T13:28:37.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/russland-juniorpartner-chinas-oekonomische-abhaengigkeit-de
tags: [putin, xi-jinping, china, russia, gas-prom]
publisher: "XAB.info"
---

# Der Preis der Isolation: Wie China Russland zum Juniorpartner gemacht hat

Seit dem Bruch mit der westlichen Welt hat sich die geopolitische Landschaft um Moskau grundlegend verändert. Anstelle des lang ersehnten strategischen Bündnisses auf Augenhöhe, das im Kreml oft betont wurde, spielt Russland nun die Rolle des Juniorpartners von Peking. Die Wall Street Journal, gestützt auf Aussagen von Beamten und Analysten, beschreibt, wie China sein Einflussgebiet konsequent ausweitet und vorteilhafte Entscheidungen durchsetzt, während es seine Dominanz sorgfältig verbirgt.

### Stille Expansion und verdeckte Spionage

Peking baut Beziehungen nicht nur zu Wladimir Putin und seinem engsten Umfeld auf, sondern auch zu Vertretern der russischen Elite, die die Zukunft des Landes auch nach einem möglichen Machtwechsel bestimmen könnten. In Russland wird ein Anstieg chinesischer Spionageaktivitäten und die Rekrutierung von Beamten mittlerer Ebene registriert. Moskau zieht es jedoch vor, diese Vorfälle nicht öffentlich zu machen, aus Angst, dass eine öffentliche Diskussion die Beziehungen zum einzigen großen Verbündeten verschlechtern könnte.

Analysten stellen fest, dass China bereits erhebliche Zugeständnisse erlangt hat, aber vermeidet, seinen Vorteil zu demonstrieren, um Moskau und den russischen Staatsführer persönlich nicht zu demütigen. Ein deutliches Beispiel für diese Taktik ist die Situation in Zentralasien. Obwohl der Kreml diese Region traditionell als sein Einflussgebiet betrachtet, hat er sich lange dem verstärkten Einfluss Pekings widersetzt. Doch unter dem Druck der internationalen Isolation ist Russland gezwungen, nachzugeben.

### Ökonomische Asymmetrie

Einer der wichtigsten Erfolge der chinesischen Diplomatie war die Überzeugung Russlands, den Yuan als Hauptwährung in der Entwicklungsbank der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) zu akzeptieren. Diese Entscheidung soll Projekte in Zentralasien finanzieren und das finanzielle Einflussgebiet Chinas in der Region faktisch zementieren. Gleichzeitig haben andere internationale Strukturen unter Pekings Einfluss, wie die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank und die Neue Entwicklungsbank der BRICS-Staaten, Russland keine Möglichkeiten geboten, westliche Sanktionen zu umgehen.

Die wirtschaftliche Abhängigkeit Moskaus von Peking hat nach Beginn des umfassenden Krieges gegen Ukraine kritische Werte erreicht. Russland liefert China hauptsächlich Öl, Gas und andere natürliche Ressourcen, oft mit erheblichen Rabatten. Während China 2013 etwa 10 % des Außenhandelsvolumens Russlands ausmachte, hat sich dieser Wert inzwischen etwa vervierfacht. Im Gegensatz dazu bleibt der Anteil Russlands im Außenhandel Chinas unter 4 %.

### Scheitern des Deals des Jahrhunderts: Gazprom und Kraft Sibiriens-2

Eines der deutlichsten Beispiele für die Ungleichheit in den Beziehungen war die Situation rund um die Gaspipeline „Kraft Sibiriens-2“. Während des Besuchs einer russischen Delegation in China im Jahr 2025 erklärte der Vorstandsvorsitzende von Gazprom, Alexei Miller, die Unterzeichnung eines rechtlich bindenden Memorandums. Peking bestätigte diese Informationen jedoch offiziell nicht. Im Verlauf der anschließenden Verhandlungen ließ die chinesische Seite erkennen, dass sie dem Projekt nur zustimmen werde, wenn das Gas zu einem Preis geliefert wird, der dem russischen Binnenmarkt nahekommt.

Experten gehen davon aus, dass China daran interessiert ist, die Abhängigkeit Russlands aufrechtzuerhalten und daraus maximal vorteilhafte Bedingungen zu erzielen. Statistiken bestätigen diesen Trend: Das Volumen des gegenseitigen Handels im Jahr 2025 ist erstmals seit Beginn des Krieges um 6,5 % auf 1,63 Billionen Yuan (234 Milliarden Dollar) gesunken. Sowohl die Lieferungen chinesischer Waren nach Russland (Rückgang um 3,4 %) als auch der russische Export nach China (Rückgang um 9,9 %) blieben im Minus.