Russland geht zur Massenproduktion der neuen Marschflugrakete «Banderol» über. Dies teilte der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers und Militärexperte Sergei «Flash» Beskrestnov mit, nachdem er die aktuellen Daten über die Bewaffnung des Gegners analysiert hatte.

Produktionsumfang und Angriffstempo

Laut dem Spezialisten belaufen sich die geplanten Produktionszahlen für Munition im laufenden Jahr auf 120 Raketen pro Monat. Das bedeutet, dass die russische Seite täglich bis zu vier solcher Geschosse abfeuern kann. Der Experte betont jedoch, dass die Produktionskapazitäten der Werke wahrscheinlich noch nicht auf volles Niveau hochgefahren sind und die tatsächlichen Zahlen möglicherweise unter den geplanten Zielen liegen.

Anwendungstaktik und Plattformen

«Flash» widmete besondere Aufmerksamkeit den Methoden zur Lieferung der Rakete zum Ziel. Das Geschoss hat einen Durchmesser von 30 cm, was die Integration in verschiedene Trägerplattformen ermöglicht. Der Hauptvektor der taktischen Entwicklung ist der Start der «Banderol» von unbemannten Fluggeräten (UAVs) vom Typ «Orion».

Der Experte erklärt diese Wahl mit der Logik des modernen Krieges: Große Drohnen, die direkt über der Frontlinie oder im Hinterland operieren, werden zu leichten Zielen für die Luftabwehr. Um Verluste zu minimieren, hat der Gegner ein Schema erprobt, bei dem Raketen von russischem Territorium aus gestartet werden, wobei Drohnen als Beschleunigungsplattformen dienen. Darüber hinaus wurde die Möglichkeit des Starts des Geschosses von Mi-8-Hubschraubern bestätigt.

Spezifikationen und Bedrohungsbeurteilung

Trotz des aktiven Einsatzes hält Sergei Beskrestnov die «Banderol» nicht für eine einzigartige Waffe. Nach seiner Einschätzung handelt es sich um eine kostengünstige Marschflugrakete mit einer relativ kleinen Kampfkopfkapazität. Dennoch sind ihre Spezifikationen besorgniserregend:

  • Die Reichweite beträgt bis zu 500 km.
  • Der Kampfkopf kann bis zu 150 kg Sprengstoff tragen.
  • Die Trägerdrohne ist mit einem Strahltriebwerk ausgestattet und kann Geschwindigkeiten von bis zu 500 km/h erreichen.

Dieser Waffentyp wurde bereits während der massiven Beschussaktionen auf Kiew eingesetzt. Der Übergang zur Serienproduktion verwandelt die «Banderol» nun von einem Einzelfall in eine systemische Bedrohung für die Infrastruktur der Ukraine.