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title: "Russland nimmt Apple und Microsoft in das Register der „Informationsverbreitungs-Organisatoren“ auf: Was das für Nutzer bedeutet"
description: "Russland hat Apple und Microsoft in das Register der „Informationsverbreitungs-Organisatoren“ aufgenommen und sie verpflichtet, Nutzerdaten zu speichern und an Geheimdienste zu übergeben. Bei Weigerung drohen Geldstrafen und mögliche Sperrungen."
date: 2026-10-29T12:29:55.521Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/russland-nimmt-apple-und-microsoft-in-register
tags: [apple, microsoft, russia, data-localization, roscomnadzor, digital-control, bloomberg]
author: "Alexander Buran"
publisher: "XAB.info"
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# Russland nimmt Apple und Microsoft in das Register der „Informationsverbreitungs-Organisatoren“ auf: Was das für Nutzer bedeutet

![Schutzschilde vor Apple- und Microsoft-Logos vor dem Hintergrund einer digitalen russischen Flagge](https://xab.info/media/2026/10/29/rf-vnesla-apple-i-microsoft-v-reestr-organizatorov/rf-vnesla-apple-i-microsoft-v-reestr-organizatorov-1.webp)

## Kernpunkte

- Apple und Microsoft wurden am 2. Oktober in das russische Register der „Informationsverbreitungs-Organisatoren“ aufgenommen
- Unternehmen sind verpflichtet, Nutzerdaten in Russland zu speichern und auf Anfrage an Geheimdienste zu übergeben
- Bei Nichterfüllung der Anforderungen drohen Geldstrafen und die vollständige Sperrung von Diensten in Russland
- Mehrere Hundert Unternehmen sind bereits registriert, darunter Google, während Snapchat, Discord, WhatsApp und Signal in Russland überwiegend über VPN erreichbar sind

Die Russische Föderation hat die US-Technologieunternehmen Apple Inc. und Microsoft Corp. in das Register der sogenannten „Informationsverbreitungs-Organisatoren“ aufgenommen. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf Daten der Medienagentur Bloomberg. Nach vorliegenden Informationen erfolgte die Aufnahme beider Unternehmen in die Liste am 2. Oktober. Die Aufnahme in dieses Register auferlegt den Diensten automatisch eine Reihe strenger rechtlicher Verpflichtungen, die in der russischen Gesetzgebung vorgesehen sind, insbesondere im Bereich der Speicherung und Übertragung von personenbezogenen Daten der Nutzer.

### Was Apple und Microsoft konkret tun müssen

Gemäß der russischen Gesetzgebung sind Unternehmen, die in das Register der „Informationsverbreitungs-Organisatoren“ aufgenommen wurden, verpflichtet, die Daten russischer Nutzer im Land zu speichern und den Sicherheitsbehörden auf erstes Verlangen zur Verfügung zu stellen. Dies bedeutet, dass Apple und Microsoft den russischen Geheimdiensten Zugriff auf Informationen gewähren müssen, die in ihren Cloud-Diensten, E-Diensten und anderen digitalen Produkten gespeichert sind, die von russischen Bürgern genutzt werden. Die Umsetzung solcher Anforderungen steht in direktem Widerspruch zu den Datenschutzbestimmungen beider Unternehmen, die historisch auf dem Prinzip des minimalen Zugriffs auf Nutzerdaten und der Informationsverschlüsselung basieren.

### Geldstrafen und die Drohung von Sperrungen

Bei Nichterfüllung der Verpflichtungen, die sich aus der Aufnahme in das Register ergeben, drohen den Unternehmen erhebliche Geldstrafen. Im Falle einer anschließenden Weigerung, die Anforderungen einzuhalten, wird den russischen Behörden das Recht eingeräumt, den Zugriff auf die Dienste von Apple und Microsoft im Land vollständig einzuschränken. In der Praxis könnte dies die Sperrung von App Store, iCloud, Microsoft 365, Windows Update und anderen Schlüsselprodukten für russische Nutzer bedeuten. Ein ähnlicher Mechanismus wurde bereits gegen eine Reihe ausländischer Plattformen angewandt, die den Bedingungen zur Datenlokalisierung nicht zugestimmt hatten.

### Kontext: Wer noch unter Druck steht

Die Aufnahme von Apple und Microsoft in das Register ist kein isolierter Schritt. Im Januar wurde das Unternehmen Google sowie dessen Videodienstanwendung Google Meet in dieselbe Liste aufgenommen. Die Dienste Snapchat, FaceTime, Discord, Viber, WhatsApp und Signal sind in Russland in den meisten Fällen nur über virtuelle private Netzwerke (VPN) zugänglich. Der Gründer von Telegram, Pawel Durow, der vom FSB zur Fahndung ausgeschrieben wurde, ist Gegenstand eines separaten Drucks auf den Messenger, was dessen Funktionalität im Land zusätzlich einschränkt. Somit expandiert das Register weiter und umfasst nahezu alle bedeutenden ausländischen digitalen Plattformen, die in Russland tätig sind.

### Mechanismus der Aufnahme in das Register

Nach den geltenden russischen Gesetzen ist Roskomnadzor befugt, Unternehmen auf Anforderung von Sicherheitsbehörden oder per Gerichtsbeschluss in die Liste der „Informationsverbreitungs-Organisatoren“ aufzunehmen, wobei die Zustimmung der Organisationen selbst nicht erforderlich ist. Derzeit sind mehrere Hundert Unternehmen in der Liste verzeichnet. Dies macht das Register zu einem der wichtigsten Instrumente der administrativen Kontrolle über den digitalen Raum, das es dem Staat ermöglicht, seinen Einflussbereich auf ausländische Technologiedienste konsequent zu erweitern, ohne dass für jedes einzelne Unternehmen ein eigener Gesetzgebungsakt erforderlich ist.

### Teil einer systematischen Kampagne zur Kontrolle des Internets

Die Aufnahme von Apple und Microsoft in das Register ist die Fortsetzung einer groß angelegten Kampagne zur Verstärkung der staatlichen Kontrolle über das Internet und ausländische digitale Plattformen, die sich nach Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine im Jahr 2022 massiv beschleunigt hat. In den letzten Jahren hat Moskau die Anforderungen zur Datenlokalisierung konsequent verschärft, Einschränkungen für Messenger und soziale Netzwerke eingeführt sowie die Befugnisse der Regulierungsbehörden im Bereich digitaler Inhalte erweitert. Die Aufnahme der größten US-Technologieunternehmen, deren Produkte von Millionen Russen genutzt werden, zeigt, dass der Prozess der Unterordnung des ausländischen digitalen Sektors unter das russische Rechtsfeld weitergeht und sich nicht auf eine bestimmte Branche oder Produktlinie beschränkt.

## Faktencheck und Quellen

- [Слив данных ФСБ или полная блокировка: РФ поставила ультиматум Apple и Microsoft](https://www.rbc.ua/ukr/news/zliv-danih-fsb-abo-povne-blokuvannya-rf-postavila-1793268131.html) - Primärquelle des Artikels. Enthält Informationen über die Aufnahme von Apple und Microsoft in das Register am 2. Oktober, einen Verweis auf Bloomberg, eine Beschreibung der Verpflichtungen und Konsequenzen sowie den Kontext zu anderen Unternehmen (Google, Snapchat, Discord, WhatsApp, Signal, Telegram). Alle Fakten im Artikel stammen aus dieser Quelle.

## Häufige Fragen

### Was bedeutet die Aufnahme von Apple und Microsoft in das Register der „Informationsverbreitungs-Organisatoren“?

Die Aufnahme in das Register verpflichtet Unternehmen, die Daten russischer Nutzer im Land zu speichern und den Sicherheitsbehörden auf erstes Verlangen zur Verfügung zu stellen. Diese Anforderung ist in der russischen Gesetzgebung verankert und gilt für alle in der Liste aufgeführten Dienste.

### Welche Konsequenzen drohen Apple und Microsoft bei Nichterfüllung der Anforderungen?

Bei Nichterfüllung der Verpflichtungen drohen den Unternehmen Geldbußen. Im Falle einer weiteren Weigerung haben die russischen Behörden das Recht, den Zugang zu den Diensten von Apple und Microsoft in Russland vollständig einzuschränken.

### Wer befindet sich noch in diesem Register?

In dem Register sind mehrere Hundert Unternehmen verzeichnet. Darunter sind Google und der Dienst Google Meet (im Januar aufgenommen). Die Dienste Snapchat, FaceTime, Discord, Viber, WhatsApp und Signal sind in Russland meist nur über VPN zugänglich. Auch Telegram steht nach der Fahndungsausschreibung gegen Pawel Durow durch den FSB unter erhöhtem Druck.

### Wie gelangen Unternehmen in das Register?

Roskomnadzor hat das Recht, Unternehmen auf Anfrage von Sicherheitsbehörden oder per Gerichtsbeschluss in die Liste aufzunehmen. Die Zustimmung der Organisationen selbst ist für die Aufnahme nicht erforderlich.