Die russische Kriegsmaschinerie zeigt weiterhin das Bestreben nach quantitativem Wachstum, doch die Realität bringt ihre Korrekturen mit sich. Laut Daten des Institute for the Study of War (ISW) plant Moskau die Schaffung neuer militärischer Einheiten im Jahr 2026, doch ihre tatsächliche Besetzung mit Personal bleibt ernsthaft fraglich. Experten weisen auf die Tendenz hin, Einheiten „auf dem Papier“ zu bilden.

Pläne für 2026 und Reformen

Dem Bericht des ISW zufolge setzt das russische Militärkommando fort, neue Formationen zu schaffen, vorwiegend nominell. Das Hauptproblem liegt in der Unsicherheit: Wird Moskau in der Lage sein, diese Einheiten mit Personal gemäß den genehmigten Stellenplänen zu besetzen?

Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, General Alexander Syrskyj, bestätigte am 25. Juni, dass das russische Kommando seine Pläne angepasst hat. Im Jahr 2026 sollen fünf neue Brigaden und eine unbestimmte Anzahl neuer Divisionen aufgestellt werden. Dabei bemerken Analysten, dass es derzeit unklar ist, ob es sich um die Schaffung grundsätzlich neuer Strukturen handelt oder um die Fortsetzung von Reformen, die bereits Ende 2022 angekündigt wurden.

Die Geschichte der massiven Expansion hat ihren Ursprung im Dezember 2022. Damals erklärte der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu die Absicht, 17 neue manövrierfähige Divisionen zu schaffen. Insbesondere war geplant, fünf Brigaden der Marineinfanterie auf Divisionsniveau zu erweitern. Die russischen Behörden gaben bekannt, dass die Umsetzung dieser ehrgeizigen Pläne zwischen 2023 und 2026 erfolgen sollte.

Krise der menschlichen Ressourcen

Laut Einschätzung der ISW-Experten könnten der Umsetzung der Pläne zur Armeeerweiterung mehrere kritische Faktoren entgegenstehen. Genau aus diesem Grund wird es für Russland schwierig sein, die neuen Einheiten nach ihrer formellen Aufstellung vollständig mit Personal zu besetzen.

Das Problem des Personalmangels ist bereits in die öffentliche Diskussion eingetreten. Wie RBC-Ukraine berichtete, wurde im Kreml die Möglichkeit einer neuen Mobilmachung diskutiert. Solche Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund offensichtlicher Schwierigkeiten bei der Auffüllung der Reihen der aktiven Armee.

Parallel zu den militärischen Herausforderungen werden alarmierende Signale aus dem Wirtschaftsbereich laut. Abgeordnete der Staatsduma Russlands warnten vor Risiken schwerwiegender wirtschaftlicher Schwierigkeiten, mit denen das Land in naher Zukunft konfrontiert sein könnte. Dies schafft einen schwierigen Hintergrund für die Umsetzung jeglicher großangelegter staatlicher Programme, einschließlich militärischer Reformen.